Es ist die Zeit, wo nahe ihrem Wohnquartier in Illnau-Effretikon ZH die Grünfuttertrocknungsanlage der Landi Zola im Vollbetrieb läuft. Wochenlang und rund um die Uhr.

Aus dem Kamin kommt neben Teilchen von Gras oder Mais auch Feinstaub. Diese Partikel – in Volllast verbrennt die Anlage gut 8000 Liter Heizöl pro Tag – können Krebs verursachen. Zwar hält die Anlage den Grenzwert für «staubförmige Emissionen» ein, aber für krebserregende Substanzen gilt laut Luftreinhalteverordnung ein Minimierungsgebot. Mit Partikelfiltern lassen sich die Emissionen um bis zu 95 Prozent reduzieren. Die IG Landi – ein loser Zusammenschluss von rund 70 Anrainern – fordert seit Jahren eine Filteranlage für die «Graströchni». Der Betreiber zeigt jedoch keine Eile und bestreitet eine Gesundheitsgefährdung. Christiane Löwe vermutet, dass aus Kostengründen auf einen Partikelfilter verzichtet wird.

Verzögerung «aus technischen Gründen»

Tatsächlich verfügt die Landi bereits seit 2007 über ein bewilligtes Projekt für einen 500'000 Franken teuren Filtereinbau. Doch es liegt auf Eis. Aus technischen Gründen, sagt Dominic Möckli, Geschäftsführer der Landi Zola: «Bis heute existieren in der Schweiz keine befriedigenden Lösungen. Kein Anbieter von Filteranlagen verfügt über ausreichende Erfahrung.»

Möckli verspricht etwas unverbindlich, nun «allfällige Möglichkeiten in den Nachbarländern zu prüfen» – Hersteller in Deutschland werben mit entsprechenden Referenzobjekten. Und der Betrieb werde 2009 «auf wenige Tage im Sommer und die Herbstsaison reduziert». Die geplagten Anrainer werden ihn beim Wort nehmen.

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