Die Gränicher haben alles, was es für einen neuen Fussballplatz braucht: Ort, Geld, Pläne – und viel Kampfgeist gegen Einsprecherin Veronika Hufschmid. Zuerst wurde sie von einem dem Verein nahestehenden Journalisten in der «Aargauer Zeitung» mehrfach als lärmempfindliche Querulantin dargestellt. Dabei übte Hufschmid berechtigte Kritik am Projekt, weil die Anlage eine Uferschutzzone tangierte und die Verkehrsprobleme nicht gelöst waren (siehe Artikel zum Thema «FC Gränichen: Foulspiel gegen eine besorgte Anwohnerin»). Hufschmid – sie ist Deutsche – verdiene den Schweizer Pass nicht, hiess es darauf im Internet-Gästebuch des FC Gränichen.

Der FC-Vorstand goss zusätzlich Öl ins Feuer: Damit «auch nächste Generationen» in Gränichen Fussball spielen könnten, werde man «alles unternehmen», war im Kluborgan zu lesen. Das nahmen einige Fussballfreunde wörtlich: «Mein Sohn wurde angerempelt und bedroht; nachts haben sie uns mittlerweile viermal unseren Zaun zerschnitten», sagt Hufschmid. Ihre Hunde sollten wohl entwischen und auf der nahen, stark befahrenen Strasse umkommen. In einem Bekennerbrief drohten die Täter zudem, die Tiere zu vergiften.

Spätes Bedauern des Vorstands

Erst nach fast einem Jahr rief der Vereinsvorstand schliesslich zur Besinnung. Man bedauere ausserordentlich, dass es in Presse, Kluborgan und auf der Internetseite des FC immer wieder zu sehr persönlichen und rassistischen Angriffen gegen Hufschmid und ihre Familie gekommen sei. Reichlich spät, die Zermürbungstaktik hatte ihr Ziel bereits erreicht; Hufschmid hat nun ihre Einsprache entnervt zurückgezogen. Fairplay ist anders.