Jean-Jacques Fasnacht wehrt sich im Zürcher Weinland gegen Nagra-Bohrungen in seiner unmittelbaren Nähe. Aber er ist «nicht grundsätzlich gegen ein Endlager».

Seit 1972 sucht die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle, besser bekannt unter dem Kürzel Nagra, nach geeigneten Standorten in der Schweiz - erfolglos. Derzeit erforscht sie das Gestein im Zürcher Weinland. Und erhält selbst von der Opposition ein Lob: «Die Untersuchungen erfolgen hoch professionell», sagt Jean-Jacques Fasnacht, Kopräsident der Bürgerbewegung Klar! (Kein Leben mit atomaren Risiken!).

Tadel dagegen gibt es für die Politik: «Die Bevölkerung wird laufend entmündigt», sagt der 53-jährige Arzt, der seit zwei Jahrzehnten in der betroffenen Region praktiziert, «zuletzt, als beim Kernenergiegesetz die Mitsprache der Kantone gekappt wurde.» Fasnacht, Vater von sechs Kindern, war nie ein Befürworter der Atomenergie. Gleichwohl ist er «nicht grundsätzlich gegen ein Endlager»; nur müsse das Auswahlverfahren ähnlich transparent sein wie zum Beispiel in Deutschland.

Sollte sich letztlich zeigen, dass das Weinland - «unter Berücksichtigung aller Aspekte» – wirklich der beste Standort sei, «werde ich mich nicht länger zur Wehr setzen», zeigt sich Fasnacht einvernehmlich. Wohl wissend, dass es immer einen Aspekt gibt, der nicht vollständig berücksichtigt ist. Die Nagra-Leute werden noch lange suchen.

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