«Die Schweiz hat ein Ausländerproblem: Die Akzeptanz gegenüber Menschen aus Ex-Jugoslawien ist drastisch gesunken» – so beginnt der Text mit dem Titel «Feindbild Jugo» (Nr. 9/2000). Die beiden Beobachter-Reporter Rahel Stauber und Urs Rauber stiessen bei ihren Recherchen auf «Missbehagen, Skepsis, Angst und Abwehr». So war es anfänglich auch auf der Redaktion. «Damit liefern wir doch nur den Rassisten neue Argumente», hiess es. Also schweigen? Nein, denn davon profitieren nur die Scharfmacher. Also reden. Aber richtig.

Eine Gratwanderung. Sie ist hervorragend gelungen – fand auch die Jury der Stiftung Zürcher Journalistenpreis. In seiner Laudatio zeigte sich Jurymitglied Peter Studer, neuer Präsident des Schweizer Presserats, beeindruckt von der «klaren, schnörkellosen Sprache» und dem «Bemühen um praktische Ansätze». Ausserdem seien die zwei Autoren in ihrem Text nie «in populistische Ressentiments» abgeglitten. Fazit: «unbedingt preiswürdig».

Die weiteren Gewinnerinnen und Gewinner heissen Martin Beglinger, Alexej Djomin und Andi Briner, Oswalt Iten und Lisbeth Herger. Die Journalistin Lisbeth Herger schreibt ebenfalls ab und zu für den Beobachter. Wir gratulieren.