Als wir den Spitzenrang des Kreisgerichts Thun sahen, sagten wir uns, wir könnten doch die Kollegen besuchen und fragen, wie sie das geschafft haben. Gleichzeitig könnten wir ihnen zum guten Resultat gratulieren.» Diesen Einfall hatte Yves Tabin, Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Sitten VS, als er diesen Sommer im Beobachter das hervorragende Abschneiden des Kreisgerichts Thun im ersten schweizerischen Gerichtsrating sah.

Tabin ist gleichzeitig Doyen der erstinstanzlichen Richter des Kantons Wallis, einer Vereinigung von rund 30 Bezirksrichterinnen und -richtern. Er fuhr an einem freundlichen Herbsttag mit einem guten Dutzend Kolleginnen und Kollegen ins Berner Oberland. «Sie tagten in unseren Gerichtsräumen, hielten zuerst ihre Jahresversammlung ab, und dann diskutierten sie mit mir über Qualitätssicherung», sagt der Präsident des Kreisgerichts Thun, Daniel Bähler. Nicht ohne zu ergänzen: «Das hat auch mir etwas gebracht. Ich habe mich gefreut, meine Kolleginnen und Kollegen aus einem anderen Landesteil kennen zu lernen.»

Erst recht etwas Besonderes war die Reise für die Walliser: «Es war unsere erste Jahresversammlung ausserhalb der Kantonsgrenzen – und deswegen auch ein symbolischer Akt», sagt Yves Tabin. Ihm und seinem Team haben die guten Kontakte der Thuner Richter zu den Anwälten, der Internetauftritt, die Freundlichkeit und die gute Organisation der Berner imponiert. «Wir haben alle fünf Kriterien durchbesprochen, die der Beobachter getestet hatte.»

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Dabei haben die Walliser selbst Grund zur Freude, landete doch das Bezirksgericht Sitten auf dem ausgezeichneten fünften Platz von 51 geprüften Gerichten. Dazu Tabin: «Auch wenn man gut ist, kann man sich immer noch verbessern.» Ein Bravo für die qualitätsbewussten Richterinnen und Richter aus dem Rhonetal!