Eine Lohnerhöhung um 26'000 Franken fällt selbst beim Gehalt eines Regierungsrats ins Gewicht. Im Kanton Luzern etwa sind das rund zehn Prozent des normalen Magistratenlohns. Freuen über einen solchen Zusatzbatzen konnte sich im Herbst der Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Max Pfister. Nun hat er aber mächtig Ärger am Hals.

Grund ist sein Sitz im Verwaltungsrat der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW). Für dieses Mandat steht Pfister das erwähnte Honorar zu. Bis auf 1000 Franken Spesenentschädigung floss das Geld bisher immer in die Luzerner Staatskasse, da Pfister das Mandat von Amts wegen ausübte. Die Überweisung war jeweils völlig transparent per Fussnote in der CKW-Jahresrechnung ausgewiesen.

Im Geschäftsbericht 2008/2009 jedoch fehlte die entsprechende Anmerkung, und als sich ein aufmerksamer Bürger danach erkundigte, trat Pfister Anfang April urplötzlich als Verwaltungsrat der CKW zurück. Der Baudirektor, so informierte die Regierung leicht zerknirscht, habe aufgrund eines entsprechenden Regierungsbeschlusses schon seit Juni 2009 nur noch als Privatperson im Leitungsgremium der CKW gesessen und habe entsprechend Anrecht auf das Honorar. Man habe es leider versäumt, die Öffentlichkeit zu informieren.

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Nun endet jedoch das Geschäftsjahr der CKW erst Ende September – Pfister sass damit bloss vier Monate als Privatmann im Verwaltungsrat. Auf die Höhe seiner Entschädigung hatte das aber keinen Einfluss.

Kanton verzichtet auf das Geld

«Die Verwaltungsratshonorare werden jeweils im September ausgerichtet», bestätigt die Staatskanzlei. «Es wurde keine Abgrenzung vorgenommen.» Auf Anweisung der Staatskanzlei überwiesen die CKW also die 26'000 Franken Jahreshonorar an Pfister für seine vier Monate als «privater» Verwaltungsrat.

Auf die Frage, ob denn aufgrund der laut gewordenen Kritik erwogen werde, dass Pfister das Honorar in die Staatskasse zurückzahle, gibt die Kanzlei die knappestmögliche Antwort: «Nein.»