Maya Wood hatte sich vor viereinhalb Jahren von ihrem australischen Ehemann getrennt, nachdem ein Arzt bei ihrer damals dreijährigen Tochter deutliche Spuren sexuellen Missbrauchs festgestellt hatte. Der Verdacht fiel auf den Vater. Sie flüchtete mit den Kindern in die Schweiz. Ihr Exmann berief sich auf das Haager Übereinkommen und stellte Antrag auf Rückführung. Seither unterstützen namhafte Kinderexperten und Politikerinnen die Mutter in ihrem Kampf um die Kinder. Erfolgreich, wie es jetzt scheint. Die gerichtlich angeordnete Zwangsrückführung der beiden Schweizer Kinder zu ihrem Vater nach Australien sei «nicht vollstreckbar». Diesen Schluss zieht Marcel Kunz vom Zürcher Stadtammannamt 6 in seiner Abschreibungsverfügung.

Er könne eine Rückführung nicht verantworten. Sie gefährde das Kindswohl und sei mit der Uno-Kinderrechtskonvention nicht zu vereinbaren. Eine solche Massnahme widerspreche auch dem Gedanken des Haager Übereinkommens über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung.

Ein Lichtblick für die Betroffenen. Die Kinder können eventuell noch vor Weihnachten zu ihrer Mutter zurückkehren. Seit zehn Monaten sind sie in einem Heim unter «Schutzaufsicht». Stefan Blum, der Anwalt und Beistand der sechs- und achtjährigen Geschwister, beantragte beim Bezirksgericht Zürich die sofortige Rückgabe der Kinder in die Obhut der Mutter.

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