Familie Ferizi
Die dreiköpfige Gastfamilie Ferizi lebt in einer Dreizimmerwohnung. Der Vater (Mitte) flüchtete 1957 selbst aus dem Kosovo nach Albanien. Hier unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung als Geschichtslehrer. Seine Frau arbeitet ebenfalls als Lehrerin.

Die 13 aufgenommenen Kosovo-Flüchtlinge sind mit der Gastfamilie verwandt. «Wir wollen ihnen helfen», sagt Sohn Kreshnik (vorn sitzend). Er ist arbeitsloser Zahnarzt und leistet Ubersetzerdienste für Caritas Schweiz.

Die Vertriebenen stammen aus dem Dorf Dakovica. Am 14. April wollte die serbische Polizei die Familie vertreiben. Doch die Kosovo-Albaner weigerten sich. Daraufhin zündeten die Verfolger das Haus an und töteten ein männliches Familienmitglied. Die Kinder und Frauen konnten fliehen – zusammen mit dem jüngsten Sohn (ganz links), der für die Grossfamilie sorgen muss. Die übrigen Männer schlossen sich der UCK an. Niemand weiss, ob sie noch leben.


Familie Kruja

Das albanische Rentnerehepaar Kruja lebt in einer Dreizimmerwohnung. Isa Kruja, 71 (Mitte), arbeitete als Finanzverwalter bei der Stadt, Shyqyrije Kruja, 65 (dritte von rechts), als Kindergartenhilfe. Zusammen beziehen sie eine monatliche Rente von 9000 Lek – das sind umgerechnet knapp 90 Franken.

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Am 9. April hörten sie von ihrer Schwägerin, dass eine sechsköpfige Flüchtlingsfamilie von Kukës nach Lezhë gekommen sei und die erste Nacht auf der Strasse verbringen musste. Sie machten sich zwar Sorgen, dass das Essen nicht reichen könnte. «Aber dann haben wir unsere Mahlzeiten einfach mit den Vertriebenen geteilt.»

Die Flüchtlinge stammen aus dem kosovo-albanischen Dorf Deçan. Der 16jährige Schüler (vorn) hat auf der Flucht seine Eltern verloren und schloss sich seinen Verwandten an. Die serbische Polizei nahm den Vertriebenen alles Geld ab. Die Männer wurden mehrfach geschlagen, die Frauen eingeschüchtert.