Marko Nikollaj, Chauffeur:

«Sechs Jahre arbeitete ich als Saisonnier in der Schweiz. 1993 bin ich mit meiner Familie nach Prizren zurückgekehrt. Während des Krieges waren wir für zwei Monate in Shkodrë (Albanien). Zum Glück wurde unser Haus nicht zerstört und nicht geplündert, das meines Schwagers aber schon. Ich arbeite als Fahrer für die Caritas in Prizren.»

Lekë, Dolmetscher:

«Sie haben unser Land befreit und wir sind dankbar dafür. Hier zwischen Prizren und Pristina hat die Nato eine Flüchtlingsgruppe bombardiert. Ich kenne Leute, die dort Angehörige verloren haben. Wütend? Nein, das sind sie nicht, aber traurig.»

Ismet Ferizi, Professor:

«Ich flüchtete nach Montenegro, war 15 Tage ohne Essen. Ich nahm 17 Kilo ab. Viele meiner Freunde sind umgekommen. Wohl nur mit Gottes Hilfe bin ich dem Tod durch Erschiessen entronnen. Jetzt bin ich wieder Lehrer für Philosophie und Soziologie am Gymnasium. Doch seit zehn Monaten haben wir keinen Lohn mehr erhalten. Die ökonomische Situation ist schwierig.»

Urs Felder, Caritas-Delegierter:

«Die Leute packen hier wirklich zu. Seit drei Wochen ist das Material da. Jetzt können sie endlich mit dem Wiederaufbau beginnen. Ich leite den Aufbau von 300 Häusern in drei Dörfern der Region Prizren. In jedem Dorf habe ich zehn ehemalige UCK-Kämpfer als Mitarbeiter. Anfänglich gab es zwar Disziplinprobleme. Doch inzwischen kann ich auf sie alle zählen.»

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Faik Morina, Abwart:

«Vor dem Krieg war ich Hausmeister an einer von Serben geleiteten Schule. 1991 hatten sie die albanischen Lehrer entlassen. Ich als Hilfsarbeiter durfte bleiben. Doch als ich im Juli aus Albanien zurückkam, hat mir die Schulleitung gekündigt. Die Begründung war: "Sie waren während des Krieges ja nicht hier." Ich konnte nur entgegnen: "Wie hätte ich hier bleiben können, wenn mich Ihre Leute vertrieben haben?"»

Don Kelmend Spagi, Pfarrer von Gllogjan:

«Wir sind sehr dankbar für eure Hilfe. Hier waren andere Hilfswerke, die viel versprochen haben. Ihr kamt am Schluss und wart die ersten, die mit Bauen begonnen haben. Unsere Bewohner hatten kaum Worte dafür, dass es so gute Leute gibt, die ihnen jetzt helfen. Wir haben oft erlebt, dass andere uns bestehlen, statt uns etwas zu bringen.»

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