Im Interview mit der «Handelszeitung» sagt der Präsident des Krankenkassenverbandes ASK über die Initiative und den Gegenvorschlag: «Der Unterschied ist wie jener zwischen Guillotine und Garrotte. Das Ergebnis ist das Gleiche, geköpft oder erwürgt ist im Resultat einerlei. Nur die Prozessdauer ist unterschiedlich.» Bersets Vorschlag, der für die Krankenkassen eine staatliche Rückversicherung für besonders teure Fälle und eine strikte Trennung zwischen Grund- und Zusatzversicherung vorsieht, hält Locher für eine «Mogelpackung» und bezeichnet die Reform als «Vorhölle zur Einheitskasse»: «Berset will die Einheitskasse durch die Hintertür einführen, ohne das Übel beim Namen zu nennen.»

Der Gesundheitsökonom ist «fassunglos», dass nicht einmal bürgerliche Politiker gegen die «Enteignung von Unternehmen mit 25 Milliarden Umsatz» auf die Barrikaden stiegen. Dabei sei die Einheitskasse «der Anfang der Umsetzung des SP-Parteiprogramms, das ja denKapitalismus abschaffen will». Die «schleichende Totalverstaatlichung» im Schweizer Gesundheitswesen würde «zur Gefahr», sagt Locher. Es sei Zeit, sich gegen den «kollektiven fürsorgerischen Freiheitsentzug» zu wehren. (Handelszeitung)