Neiaberau, Moritz Leuenberger. Da sind Ihnen ganz schön die Sicherungen durchgebrannt, als Sie vor versammelter Presse ein Mitglied dieser Zunft als «dumme Siech» abkanzelten. Klar können einem diese ewigen Besserwisser mit ihrer penetranten Nachfragerei auf den Senkel gehen. Doch nach diesem Ausrutscher haben Sie eine mediale Watsche einstecken müssen. Das kanns doch auch nicht sein, oder?

Wir alle kommen hin und wieder in Situationen, in denen uns fast der Kragen platzt: im Geschäft, im Verein, am Stammtisch oder zu Hause. Wer sich nicht unnötig ärgern will, muss dem Gegenüber intelligent und gelassen Paroli bieten. Sie können einen Angriff umleiten, indem Sie irgendein Wort aufnehmen und das Thema wechseln («Apropos Luft. Wollen wir eine Pause machen und lüften?»). Unsachliche Kritik oder beharrliches Nachfragen können Sie durch Gegenfragen entschärfen (Merke: Wer Fragen stellt, hat die Macht!). Noch besser: Bringen Sie Ihr Gegenüber aus dem Gleichgewicht, indem Sie ihm zustimmen oder ein Kompliment machen («Danke für den Hinweis, Sie wissen einfach alles besser als ich»). Oder stiften Sie mit einem völlig unpassenden Sprichwort Verwirrung («Wie ich schon sagte: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer»). Während Ihr Kontrahent am vermeintlich tieferen Sinn Ihrer Aussage herumstudiert, sind Sie schon lange fortgefahren. So manche Zuhörerin und so mancher Zuhörer wirds Ihnen danken. Schliesslich sind uns allen diese Endlosdebatten an Sitzungen ein Gräuel. Wollen wir das Gesagte mal so stehen lassen?

Viel Erfolg beim Ausprobieren,
Gabriela Baumgartner

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