Die Zeitschrift «Armee-Logistik» druckte im Mai eine Todesanzeige ab: «Wie aus zuverlässiger Quelle berichtet wird, hat der Chef Logistikbasis unter dem Deckmäntelchen Sparmassnahmen an die Armeeführung den Antrag gestellt, die Grade Fourier und Quartiermeister abzuschaffen. (…) Ob solchen Anträgen kann nur der Kopf geschüttelt werden.» Das Fachjournal der Logistiker ist nicht eben bekannt für Polemik. Doch die Anzeige verursachte ein mittleres Beben im Bundeshaus Ost.

Der Fourier, abgeleitet von französisch «four» (Ofen), ist ein höherer Unteroffizier der Schweizer Armee, verantwortlich für Verpflegung und Sold, der Quartiermeister ist sein Vorgesetzter. «Sobald eine Gruppe einen Ausflug macht, braucht es einen, der vorher rekognosziert und dafür sorgt, dass es etwas zu essen gibt. Das ist in jedem Skilager so», verteidigt Kurt Fluri, Ex-Fourier und FDP-Nationalrat, den Nutzen dieses Dienstgrades.

Fluri verlangte vom Bundesrat Rechenschaft über die geplante Abschaffung der Fouriere: «Wer soll denn ihre Aufgaben übernehmen? Ein Beizer vielleicht?» In einem Brief an Armeechef Christophe Keckeis forderte auch André Schaad, Zentralpräsident des Schweizerischen Fourierverbands, Auskunft über das Schicksal der 4800 Verbandsmitglieder. «Natürlich kann man in Friedenszeiten den Haushalt zivil führen. Aber im Kriegsfall?», fragte er.

Ein Hoch auf die Handarbeit
Als Logistiker wissen Fouriere, wie man etwas organisiert – und seis einen Aufstand: Die Armeeleitung kroch zu Kreuze. «Ich versichere Ihnen, dass in der Logistik derzeit die Konsolidierung der 2004 eingeführten Neuerungen im Vordergrund steht», schreibt Armeechef Keckeis in einer Stellungnahme. Auch der Cheflogistiker der Armee, Divisionär Werner Bläuenstein, machte den Knicks: Eine Abschaffung der Fouriere und Quartiermeister sei niemals zur Disposition gestanden. Aufgrund des Spardrucks habe man lediglich «die

Arbeitsabläufe im Truppenrechnungswesen sowie die Möglichkeiten zum Einbezug zeitgemässer Mittel» erwogen.

90 Prozent der Truppenbuchhaltungen werden von den Fourieren noch immer von Hand geführt. Und auch das wird so bleiben. Denn trotz dem ausgewiesenen Sparpotenzial hat VBS-Chef Samuel Schmid entschieden, «die Denkansätze zu einem neuen Truppenrechnungswesen nicht weiterzuverfolgen und vorläufig höchstens marginale Änderungen einzuführen».

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