Schwarz und Weiss sind die Farben des Basler Kantonswappens. Wenn es aber darum geht, wirklich Flagge zu zeigen, hissen die Basler Rot und Blau: die Farben des FC Basel.

Rot-Blau beherrscht in Basel nicht nur die stets ausverkauften Ränge im St.-Jakob-Park – Rot-Blau flattert es auf jedem zweiten Auto. Sogar Bürostühle in den FCB-Farben sind zu erwerben.

Rot-Blau lässt in Basel offensichtlich die Kassen klingeln. Das dachte sich auch ein findiger Teigwarenhersteller aus der Innerschweiz – zumal sich der FCB und der grossbürgerliche Basler Daig traditionell sehr nahe stehen. Flugs brachte er Pasta-Baslerstäbli in den Farben Rot und Blau in den Handel.

Keine gute Idee, befand das Baselbieter Kantonslabor: Teigwaren in den FCB-Farben seien zwar topaktuell, aber nicht legal, so das gestrenge Urteil von Laborvorsteher Niklaus Jäggi. «Das Färben von Teigwaren mit künstlichen Farbstoffen ist bereits seit Jahrzehnten verboten.» Jäggi reichte den Befund an seinen Kollegen vom zuständigen Laboratorium der Urkantone in Brunnen SZ weiter. Der dortige Amtsleiter, Daniel Andrey, sorgte dafür, dass die Herstellung der FCB-Pasta eingestellt wurde.

«Mögliche allergische Reaktionen»
Das Färbeverbot von Teigwaren dient nicht in erster Linie dem Schutz vor gesundheitsschädigenden Farbstoffen. Vielmehr ging es ursprünglich darum, Betrügern das Handwerk zu legen, die mit gelben Farbstoffen einen hohen Eigehalt vorzutäuschen versuchten. Erlaubt sind bei Teigwaren indes natürliche Zutaten, die der Pasta etwas Farbe verleihen können, wie Spinat, Tomaten oder Safran. In den FCB-Teigwaren fand der Baselbieter Kantonschemiker aber kein färbendes Gemüse, sondern E 131 Patentblau V sowie E 132 Indigotin – beides Farbstoffe, die laut Jäggi «wegen möglicher Intoleranzen oder allergischer Reaktionen umstritten sind».

Der FC Basel verdient zwar über Lizenzgebühren für das FCB-Logo an der breit angelegten Vermarktung des Klubnamens und der Klubfarben mit, mit den Pasta-Stäbli hatte der Klub laut Aussage von Mediensprecher Josef Zindel aber nichts zu tun: «Wir vom FC Basel haben von der Existenz dieser Teigwaren auch erst via Medien erfahren, als sie vom Kantonslabor aus dem Verkehr gezogen wurden.»

Sowohl der Baselbieter Kantonschemiker wie auch sein aus Basel stammender Kollege aus dem Laboratorium der Urkantone sind übrigens bekennende Nicht-Fans des FC Basel. Beide betonen aber, dass dieser Umstand ihren Entscheid in keiner Weise beeinflusst habe.

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