Die Welt in der Solothurner Gemeinde Bärschwil ist noch in Ordnung. Knapp die Hälfte der 160 Erwerbstätigen ist im ersten Sektor tätig. Dazu kommen noch einige, die die Landwirtschaft als Hobby betreiben.

Einer dieser Freizeitagronomen, Adalbert Hänggi, brachte Unruhe in die 883-Seelen-Gemeinde. Nicht er persönlich, sondern seine Schweine, die der Hobbybauer nicht etwa gut aufgehoben im Stall hielt, sondern im Freigehege. «Hänggi hielt seine Säuli wie andere Schafe oder Ziegen», so Mario Giger, Gemeindeschreiber von Bärschwil. Und das konnte nicht gut gehen.

«Schweine sind schlaue Tiere», weiss die Solothurner Kantonstierärztin Doris König. Und kräftig, was die Auslaufhaltung dieser Tiere erheblich erschwert. Nur eine äusserst solide Einzäunung kann ihrem Freiheitsdrang widerstehen. Der Zaun von Adalbert Hänggi war jedoch kein Hindernis, so dass sich seine Schweine immer wieder aus dem Staub machten. In der Folge wurde nicht nur der Bärschwiler Turnplatz umgegraben – einige der Tiere fühlten sich in Freiheit so sauwohl, dass sie sich, ganz unartig, mit Wildschweinen zusammenschlossen.

Der Seuchengefahr Einhalt gebieten


Derlei Ferkeleien wiederum konnten die Wildhüter und Wächter über die Tiergesundheit aus genetischen und seuchenpolizeilichen Gründen nicht dulden. «Wenn sich Haus- und Wildschweine zusammenrotten und paaren, hat das erstens Bastarde zur Folge, zweitens können sich Seuchen, im schlimmsten Fall die Schweinepest, ausbreiten», sagt der Baselbieter Kantonstierarzt Ignaz Bloch. Der Gesundheitsbeamte gab also die Tiere des Solothurner Hobbybauern zum Abschuss frei. «Natürlich nur die Schweine, die auf unserem Kantonsgebiet herumgeisterten», wie Bloch betont. Weil die Solothurner Gemeinde fast rundherum von Baselbieter Boden umgeben ist, dauerte es aber nicht lang, bis den Baselbieter Jägern fast alle Tiere vor die Flinten kamen.

Der unglückliche Hobbybauer lässt inzwischen die Finger von der Sauhaltung, mit der er wahrlich kein Schwein hatte. Damit ihm überhaupt noch etwas bleibt, schlachtete er seine letzten drei verbliebenen Tiere selbst. Nicht genug nämlich, dass ihm die Jäger einen Teil des mit Mühe herangezogenen Biofleisches wegschnappten: Zu guter Letzt droht ihm aus dem Kanton Baselland nun auch noch eine Rechnung für die Umtriebe, die seine Säuli verursacht haben.

Quelle: Dominik Plüss