Brigadier Willy Siegenthaler, Kommandant der Führungsunterstützungsbrigade 41 - welch hübsches Wortmonster -, lud seine 13'729 Armeeangehörigen zu einer militärischen Schau nach Frauenfeld ein. Doch infolge einer postalischen Schlamperei erreichten diese Einladungen ihre Empfänger erst nach dem Ereignis - wie die Medien mit Häme berichteten. Aber ganz so einfach verhielt es sich mit der Panne nicht. Der Reihe nach:

Die Führungsunterstützungsbrigade 41 stellt die Telekommunikation für die ganze Armee sicher. Mit ihren Netzen unterstützt sie aber auch die Polizei. Damit lieferte sie zum Beispiel einen Beitrag zur Durchführung der Euro 08 und des WEF in Davos.

Die Brigade kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn ihre Kader modernste Technologien anwenden können. Deshalb bot der Brigadier seine Führungsmannschaft zur Comm’08 auf, einer militärischen Leistungsschau der Armee. Am Ende des dreitägigen Kurses bot er auch den rund 14'000 weiteren Angehörigen seines Verbands und der Öffentlichkeit Gelegenheit, sich im Rahmen einer Technologieausstellung über den Leistungsstand der Brigade zu informieren. Die Einladungen an seine Soldaten verschickte er rechtzeitig.
Über 20'000 Besucher strömten nach Frauenfeld - ein Grosserfolg. Doch am nächsten Tag quoll der E-Mail-Briefkasten des Brigadiers über, und seine Telefonleitung lief heiss: Wackere Armeeangehörige beklagten sich, keine Einladung erhalten und darum die Ausstellung verpasst zu haben. Recht schnell gestand die Post ein, die Briefe seien bei ihr unters Eis geraten, und entschuldigte sich sofort brieflich bei sämtlichen 13'729 Brigadeangehörigen.

Nichtbetroffene sollen sich bitte freuen

Woraufhin sich der Brigadier der Fanpost seiner Soldaten kaum mehr zu erwehren wusste, die da erklärten, sie hätten die Einladungen sehr wohl rechtzeitig erhalten und die Schau auch besucht. «Ich schätze, dass nur ein Teil meiner Briefe nicht rechtzeitig angekommen ist», kommentiert Brigadier Siegenthaler.

Richard Pfister von der Medienstelle der Post betont, das VBS habe der Post erst nach dem Versand der Entschuldigungsbriefe mitgeteilt, dass ein Teil der Einladungen doch zur Zeit eingetroffen sei. Pfister weiter: «Wenn von unserem Fehler weniger Personen betroffen sein sollten als ursprünglich angenommen, bitten wir die Nichtbetroffenen, sich über die rechtzeitig erhaltenen Einladungen zu freuen.»

PS: Alle 27'458 Briefe wurden als Massensendung aufgegeben, das Porto betrug 53,5 Rappen pro Brief oder total 14'690 Franken - für Post und Militär verkraftbar.