Das Bundesgericht hat gesprochen - und sein Urteil gilt auch für den Rest der Welt: Einem Grosslochhartkäse darf man nicht einfach Emmentaler sagen. Damit hat die oberste richterliche Instanz der Eidgenossenschaft drei ausländischen Branchenvertretern, die sich von unserem urhelvetischen kulinarischen Kulturgut ein Stück abschneiden wollten, das Handwerk gelegt. Die Beschwerdeführer wollten den Eintrag des Emmentalers ins Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen, besser bekannt unter dem Kürzel AOC («Appellation d'Origine Contrôlée»), verhindern. Heil dir Helvetia: Die fremden Fötzel waren zu diesem Rechtsschritt gar nicht legitimiert.

«Die AOC-Registrierung hat nichts mit Heimatschutz zu tun», stellt Jürg Simon, Präsident der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland, klar. Es gehe vielmehr darum, sich mit dem urigen Qualitätsprodukt Emmentaler international noch besser von der Konkurrenz mit ihrer oftmals löchrigen Industrieware abzuheben. Die AOC-Registrierung ist weltweit anerkannt - mit Emmentaler Switzerland darf nur noch Käse bezeichnet werden, der auch hierzulande hergestellt wird; und dafür gelten seit etwas mehr als einem Jahr strenge Richtlinien.

Reifegrad, Reifezeit und Lagerung der vier Untersorten des meistproduzierten Käses der Schweiz sind in einem Pflichtenheft genau geregelt. Zur Laibesvisitation antreten dürfen nur Käse, für deren Produktion naturbelassene Rohmilch aus silofreier Fütterung ohne Verwendung von Zusatzstoffen zum Einsatz kommt. Immerhin braucht es für einen Laib Emmentaler, der 95 Kilo wiegt, rund 1'100 Liter Milch. Das zeichnet den Emmentaler als Käse mit dem höchsten Milchanteil aus.

1'792 Käsesorten überflügelt

Dafür gab es neulich eine gewichtige Auszeichnung: Beim «World Championship Cheese Contest 2006» in Madison (USA) holte sich Christian Wüthrich, 40, von der Emmentaler Käsereigenossenschaft Rüderswil den «Käseoscar». Sein Emmentaler überflügelte alle anderen 1'792 Käsesorten aus 18 Ländern der Welt.

Spätestens jetzt muss über Kurt Tucholskys Frage «Wo kommen die Löcher im Käse her?» nicht mehr abendfüllend Käse geplappert werden. Die Löcher kommen aus dem Emmental - logo!

Quelle: Dominic Büttner
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