Wie Kaninchen, aber ein bisschen süsser. Zwei dänische Studentinnen wissen seit ein paar Wochen genau, wie Katzenfleisch schmeckt. Die beiden assen eine Katze und veröffentlichten Fotos vom Schmaus auf dem Internetportal Facebook. Seither erhalten sie Morddrohungen.

Dabei hatte ein Bauer die Katze geschossen, um den Bestand auf seinem Hof zu dezimieren - Alltag in ländlichen Gegenden. Und eigentlich ist es nicht einmal ungewöhnlich, das Büsi danach zu verzehren. In mageren Zeiten besannen sich die Menschen schon immer auf den Nährwert ihrer Lieblinge. Katzen mussten öfters als Mahlzeit herhalten, wenn es eng wurde. Darum wird bei ausgeweideten Kaninchen heute noch das Fell an den Hinterpfoten belassen - so kann man sehen, dass es kein «falscher Hase», also eben keine Katze, ist.

Hunde ereilte dasselbe Schicksal. Im Deutschland des Zweiten Weltkriegs stand des Menschen bester Freund als «Blockadehammel» auf der Karte. Hunde wurden aber auch ohne Not verspeist. Es ist kaum 40 Jahre her, dass es im Emmental auf dem Markt noch «Metzghunde» zu kaufen gab.

Man müsste Vegetarier sein
Das Aufheben um katzenfressende Studentinnen ist also scheinheilig. Man müsste schon Vegetarier sein, um sich aufregen zu dürfen. Es ist ja nicht so, dass sich Schweine und Kälber das Bolzenschussgerät selber an die Stirn setzen. Sie wollen genauso wenig sterben wie all die Lämmer, die nie zu Schafen, sondern nur zu Gigot werden.

Hunde und Katzen werden vermenschlicht, weil sie keine eigentliche Funktion mehr haben. Hofhunde mussten ziehen, tragen und wachen; die Katze war ein gern gesehener Mäusefeind - heute müssen sie nur noch eines: kuscheln. Und das rettet sie vor dem Kochtopf. Denn das geliebte Gegenüber macht sich schlecht zu Kartoffeln und Dörrgemüse.

Rational gibt es höchstens gesundheitliche Gründe, die dagegensprechen. «Als Fleischfresser, die draussen herumlaufen, sind die Tiere häufig von Parasiten befallen», sagt Marcel Falk, Sprecher des Bundesamts für Veterinärwesen. Doch bei entsprechender Haltung und Zubereitung wäre das in den Griff zu bekommen. Das Fleisch ist für den Eigengebrauch im engsten Familienkreis auch zulässig, sofern bei der Schlachtung die Tierschutzvorschriften eingehalten werden. Nur Verkauf und Weitergabe sind in der Schweiz verboten.

Die Öffentlichkeit scheint aber anderer Auffassung zu sein. Mittlerweile mussten die beiden Studentinnen für ihre Tat büssen: Das Internetportal Facebook verbannte sie aus der Community. Bei einem echten Hasen wäre das nicht passiert. Aber wenns um Kuscheltiere geht, scheinen die meisten Leute frei nach George Orwell zu urteilen: Alle Tiere sind «jöö» - aber einige sind mehr «jöö» als andere.