«Meine Frau nennt das ein Zigeunerleben», sagt Albert Zobrist, 58, Adjutant Unteroffizier der Festungswache. Einmal arbeitet er in Bern, dann wird er zur Festung Savatan-Dailly beordert, es folgen administrative Arbeiten in Emmen, unterbrochen von Abbauarbeiten an aufgegebenen Festungen.

Der Kontrast zum Jahr 1979, als er das Militär zum Beruf machte, könnte grösser nicht sein. Sein Arbeitsplatz waren die Festungen der Innerschweiz. Zobrist: «Damals war alles geregelt. Ich habe mich nach Kräften bemüht, dass die Truppe in den Festungen unter guten Bedingungen ihren Auftrag erfüllen konnte.» Heute steht der Abbauauftrag im Vordergrund.

Mit heute 340 Berufsmilitärs ist das Festungswachtkorps auf fast einen Sechstel des ursprünglichen Bestands gesunken: 1982 waren es über 1700. Die positive Seite des Wandels: Die Arbeit sei interessanter geworden. Die negative: der Sesseltanz, nach jeder Runde gebe es einen Stuhl weniger. Die Folge für Zobrist: «Ich habe mich bereits viermal intern für neue Jobs beworben; ich musste mich weiterbilden und Prüfungen ablegen.» Bis heute gehört er zu den Gewinnern. Bei jedem neuen Stellenantritt bleiben einige seiner Kameraden auf der Strecke. Sie, die sich einst an einer sicheren Stelle wähnten, müssen sich nun ausserhalb der Armee um eine neue Stelle bewerben.

Geht ihm das Schicksal der alten Festungen eigentlich nahe? Albert Zobrist: «Wir sind mit lebensnäheren Problemen konfrontiert, für Nostalgie fehlt uns die Zeit.»

Anzeige