Bruno Ryffel muss sich vorkommen wie ein Pingpongball. Schuld daran ist ein Beschluss des Bundesrats. Der entschied kürzlich, dass Gehbehinderte Anrecht auf Parkerleichterungen mit dem Auto hätten.

Bruno Ryffel aus Winterthur hat seit Jahren eine Park-Spezialbewilligung. Nun wollte er sie wie jedes Jahr bei der Stadtverwaltung Winterthur erneuern lassen. Die Parkkarte erlaubt es ihm, mit seiner blinden Frau Charlotte im Auto wenn nötig auch mal im Parkverbot oder in der Fussgängerzone zu parkieren.

Seit dem Bundesratsbeschluss ist aber nicht mehr die Stadt, sondern das kantonale Strassenverkehrsamt zuständig. Doch dieses verweigert Ryffel die Karte. Er versteht die Welt nicht mehr: «Die Stadt Winterthur hat mir die Karte immer anstandslos bewilligt.» Die Begründung des Amts: Nur noch gehbehinderte Personen hätten Anrecht darauf. Mit freundlichen Grüssen, Abteilung Sonderbewilligungen des Strassenverkehrsamts. Eine Bescheinigung des Arztes, dass die blinde Frau Ryffel selbst kleine Wegstrecken nur mit Mühe zurücklegen kann, erweichte die Beamten nicht. Eine Sehbehinderung ist eben keine Gehbehinderung. Basta.

Der Amtsschimmel wiehert weiter
Im Übrigen verweist das Amt auf die neuen Richtlinien der Interkantonalen Kommis-sion für den Strassenverkehr (IKST), ein weiteres Organ, das sich mit der Bewilligung von Parkkarten beschäftigt. IKST-Geschäftsführer Ernst Anderwert: «Wir geben nur die Richtlinien vor. Entscheiden müssen die Kantone.»

Ein Amts-Pingpong sondergleichen, in das Bruno Ryffel da geraten ist. Immerhin hat der Fall höheres Interesse bei Ernst Anderwert geweckt; er möchte ihn nochmals abklären lassen. Wo? Beim übergeordneten Bundesamt. Fortsetzung folgt.