Josef Volken aus Naters VS parkt am 28. Juni 2001 sein Auto in Brig und steckt 50 Rappen in die Parkuhr. Nach sieben Minuten kehrt er zurück: Busse über 40 Franken! Volken reklamiert telefonisch bei der Polizei, er habe korrekt bezahlt. Die Parkuhr müsse wohl defekt sein. Man sagt ihm: «Schicken Sie den Bussenzettel mit einer Notiz zurück.»

Doch kurz darauf erhält er eine Rechnung: 40 Franken, sonst komme es zur Verzeigung. Volken fühlt sich ungerecht behandelt, zahlt trotzdem, zieht aber den halben Franken ab.

Jetzt kommt die Bürokratie in Schwung – Volken erhält eine Rechnung über 50 Rappen. Und wie üblich liegt nach Fristablauf die Strafverfügung auf dem Tisch: 50 Rappen plus 20 Franken Verfahrenskosten. Der Delinquent erhebt Einsprache vor dem Polizeigericht. Das entscheidet: Die 50 Rappen müssen her, dazu 120 Franken Gerichtskosten.

Aber noch vor dem Urteil erhält Volken eine Mahnung für die Fr. 20.50 der Strafverfügung – bei Nichtbezahlen droht Betreibung. Volken zahlt nicht, rekurriert indessen gegen das Gerichtsurteil. Er verlangt das Verhandlungsprotokoll, doch es gibt keines. Dennoch sind mittlerweile die 50 Rappen ein dickes Aktendossier wert. Nächste Station: das Bezirksgericht.

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