Weil Paulo und Barbara Schneebeli ihre Mietwohnung gekündigt worden war, musste ihr sechzehnjähriges Pflegekind von der zuständigen Vormundschaftsbehörde Arbon anderswo platziert werden. Schneebelis versprachen ihrer Pflegetochter, sie wieder aufzunehmen, sobald sie eine geeignete Bleibe gefunden hätten.

Als es zwei Monate später so weit war, lehnte die Vormundschaftsbehörde Arbon die Rückkehr der Pflegetochter zur Pflegefamilie Schneebeli allerdings ab. Der Pflegeplatz sei ungeeignet, hiess es plötzlich.

In der Folge wurde ihr Schützling von einem Platz zum anderen weitergereicht. «In unzähligen Telefonanrufen bat unsere ehemalige Pflegetochter, dass wir unser Versprechen einlösen und sie wieder bei uns aufnehmen», berichtet Paulo Schneebeli. Einmal sei sie sogar ausgerissen und habe mitten in der Nacht vor ihrer Tür gestanden.

Schliesslich liess die Vormundschaftsbehörde das Mädchen doch wieder zur Familie Schneebeli ziehen und duldete, dass es dort während eines halben Jahres wohnte. Von einer Bezahlung der Pflegekosten wollte das Amt aber nichts wissen. Die vormalige Platzierung sei nicht formell erneuert und es sei keine Kostengutsprache erteilt worden, hiess es kurz und bündig.

Dank der Vermittlung des Beobachters konnten sich die Parteien dann auf eine Vergleichszahlung einigen. Dies sei aber nicht als nachträgliche Anerkennung der Unterbringung zu verstehen, betont die Behörde. Schneebelis freuten sich trotzdem über den Eingang von 6000 Franken.

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