Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) und die Pharmabranche konnten sich für die Zeit von Sommer 2013 bis 2015 über die Medikamentenpreise einigen. Damit wird die vom Bundesrat beschlossene Senkung der Medikamentenpreise wirksam, wie das EDI in einer Mitteilung schreibt.

Damit ein Arzneimittel in die Spezialitätenliste aufgenommen und somit von der Krankenversicherung bezahlt wird, muss es den Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entsprechen. Nach der Sicherheits-, Wirksamkeits- und Qualitätsprüfung durch das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic prüft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Wirtschaftlichkeit des neuen Arzneimittels. Das EDI wird dem Bundesrat beantragen, das Verfahren zu verkürzen, damit das BAG bei Vorliegen eines zeitgerecht und vollständig eingereichten Gesuchs innert 60 Tagen nach der Zulassung eines Arzneimittels durch Swissmedic über die Aufnahme entscheidet. Dies bedeutet eine erhebliche Reduktion der Verfahrensdauer.

Zudem soll ein vereinfachtes zusätzliches Verfahren (Prävalenzmodell) eingeführt werden, wenn ein Arzneimittel, das schon auf der Spezialitätenliste figuriert, angepasst wird, weil es in einer neuen Indikation zugelassen wurde oder die Indikation geändert hat. Die betroffenen Verordnungen werden angepasst, damit sie auf den 1. Juni 2013 in Kraft treten. Diese beiden Massnahmen bringen für die Patienten einen rascheren Zugang zu innovativen Medikamenten.

Interpharma und vips setzen sich ein, dass ihre Mitglieder die bei Gericht hängigen Beschwerden gegen Medikamentenpreissenkungen wegen Nichtberücksichtigung des therapeutischen Quervergleichs zurückziehen und keine neuen einreichen. Somit werden die Preise deutlich sinken: Bis zum Jahr 2015 sei mit Einsparungen von insgesamt rund 720 Millionen Franken zu rechnen.  (EDI)

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