Ja, Sie müssen zahlen. Jede bestellte Sendung aus dem Ausland unterliegt der Mehrwertsteuerpflicht und muss verzollt werden. Eine Ausnahme ist der Reiseverkehr: Wenn man persönlich Waren über die Grenze transportiert, profitiert man von bestimmten Wertfreigrenzen.

Sie hatten allerdings Pech: Ihr Paket ist auf dem teureren Geschäftskundenkanal in die Schweiz gekommen. Dies deshalb, weil Ihr deutscher Verkäufer das Paket einem privaten Spediteur übergeben hat. Damit gelangte es an der Grenze in die sogenannte Privatverzollung, welche die Swiss Post Logistics AG abwickelte. Diese Firma ist zwar eine Tochter der Post, aber ein privates Unternehmen und verlangt für die Abfertigung Ihres Pakets nun rund 60 Franken (zusammengesetzt aus 8 Franken für die Schweizer Mehrwertsteuer, 33 Franken für die Import-Verzollung, 10 Franken für die Import-Administration und 10 Franken sogenannte Vorlageprovision).

Deutlich günstiger ist der Import, wenn das Paket via ein nationales Postunternehmen an die Grenze gelangt; dann erledigt nämlich die schweizerische Post die Zollabwicklung. Das kostet 18 Franken, solange der Warenwert unter 500 Franken liegt («vereinfachte Verzollung»). Oder 35 Franken bei einem Warenwert über 500 Franken («ordentliche Verzollung»). Bestimmte Güter wie etwa Alkohol fallen immer unter die ordentliche und damit teurere Verzollung.

Am besten mit Verkäufer vereinbaren

Wer von der günstigeren Abfertigung profitieren möchte, sollte schon bei der Bestellung mit dem Verkäufer vereinbaren, dass dieser die Sendung mit dem nationalen Postunternehmen verschickt.

In zwei Fällen ist die Zollabfertigung für Privatpersonen kostenlos: wenn Zollgebühr und Mehrwertsteuer zusammen nicht mehr als 5 Franken ausmachen oder wenn es sich um eine Geschenksendung handelt, die wertmässig unter 100 Franken liegt und von einer ausländischen an eine inländische Privatperson verschickt wird.

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