Die Pro Senectute erhält jedes Jahr Bundesbeiträge aus dem AHV/IV-Fonds in Millionen­höhe. Die Gelder sind dafür gedacht, Bedürftige zu unterstützen, die trotz AHV, IV und Ergänzungsleistungen nicht über die Runden kommen. Wie die gemeinnützige Organisa­tion das Geld aber verteilt, will sie partout nicht verraten.

Auch Pro Juventute und Pro Infirmis erhalten Bundes­gelder, so steht es im Bundes­gesetz über die Ergänzungsleistungen. 2011 über­wies das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) 2 Millionen Franken aus dieser Kasse an die Pro Juventute, 13,2 Millionen an die Pro Infirmis und 15,7 Millionen an die Pro Se­nec­tute.

Die anderen sind transparent

Stattliche Beträge, die die Frage rechtfertigen: Was passiert damit? Gerade mal fünf Minuten und zwei Mausklicks waren nötig, um von den beiden erstgenannten Institutionen eine detaillierte Auflistung zu erhalten, nach welchen Grundsätzen sie finanzielle Hilfe gewähren. Öffentliche Gelder – offene Kommunikation, so einfach könnte es sein.

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Könnte. Denn bei der Pro Senectute hüllt man sich lieber in Schweigen. Die Kriterien, nach denen das Geld verteilt wird, will man nicht verraten. Es handle sich um interne Abläufe, die nicht kommuniziert würden, hiess es auf Anfrage des Beobachters. Offizielle Erklärung für diese Geheimniskrämerei: Bei der Pro Senectute gelangten Bedürftige immer zuerst an eine lokale Beratungsstelle, worauf die Berechtigung auf finanzielle Hilfe geklärt werde – etwa für ein Hörgerät oder den Umzug in ein Heim. Weshalb man nicht vorher erfahren darf, ob sich der Gang zur Beratungsstelle überhaupt lohnt, bleibt rätselhaft.

Immerhin ist Transparenz in Sicht: Das BSV erarbeitet derzeit einheitliche Richtlinien für alle drei begünstigten Institutionen. Sie sollen ab 2013 in Kraft treten – und auch veröffentlicht werden.

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