Die Pupillen weiten sich, die Menschen bleiben stehen und werden heimgesucht von plötzlicher Ergriffenheit. Das Bild ist landesweit bekannt. Um die Hintergründe ist nun ein heftiger Kampf entbrannt. Eine Studie der Universität Genf hat ergeben, dass 238 von 400 betroffenen Personen regelmässig das Psychopharmakon Patrio-Tonin depot zu sich nehmen. Neotechne, der Hersteller des Präparats, stellt jeden Zusammenhang in Abrede. Die besagte Studie sei eine «Schluderei ohnegleichen». Deren Leiter, Anatol Léonard, will seinerseits gegen Neotechne klagen.

An den Fakten ändert dies nichts. Auch nicht am beunruhigenden Verlauf der Symptome. Chronische Gereiztheit ist ein erstes Anzeichen, es folgen Müdigkeit und sprachliche Absonderheiten, zum Beispiel die häufige Verwendung des althochdeutschen Wortschatzes. Als viertes Stadium gilt das so genannte Johlsche Kreuzchenflimmern, das mit enormen Kopfschmerzen verbunden ist. Der Zusammenhang mit Patrio-Tonin depot ist laut Gesundheitsbehörden «nicht erwiesen». Nicht bestritten wird hingegen «ein Handlungsbedarf». Rund 800 Angehörige bezeichnen sich mittlerweile als «Patrio-Tonin-Opfer». Sie erwägen eine Sammelklage. Ein Ende der Auseinandersetzungen ist nicht in Sicht. Ein Patient erklärt: «Mir stöcherlen im Nebelyn.»

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