Verteidigungsminister Ueli Maurer muss noch etwas länger warten, bis sein grosser Traum wahr wird. Denn für seine «beste Armee der Welt» wird er bis auf weiteres keine zusätzlichen Finanzmittel erhalten. Im Parlament und erst recht im Volk findet er keine Mehrheit für höhere Militärausgaben.

Das Ergebnis der grossen Beobachter-Umfrage lässt keinen anderen Schluss zu: Nur einer von sechs Lesern ist bereit, das Armeebudget aufzustocken. Fast jeder zweite will dagegen, dass die Sparpolitik der letzten Jahre fortgesetzt oder der Etat des Verteidigungsministers noch stärker gekürzt wird.

Vorläufig aber bleibt es beim Spar­befehl. Lust auf eine tiefer greifende Armee­reform verspürt im Moment nur eine Minderheit. Zwei von drei Lesern sprechen sich dafür aus, dass die allgemeine Wehrpflicht erhalten bleibt und jeder Jungbürger und jede Jungbürgerin ihre Tage in Grün absitzen müssen. Im genau gleichen Stimmenverhältnis hat sich kürzlich die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats gegen die Schaffung einer Berufsarmee ausgesprochen.
Damit dürfte die Schweiz schon bald zu einer Insel der Wehrpflichtigen werden. Denn seit dem Mauerfall von 1989 hat ein europäisches Land nach dem anderen die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft. Ak­tuell vollziehen Österreich und Deutschland diesen Schritt und wollen so ihr Budget entlasten.

Der starke Sparwille und die gleich­zeitig klare Zustimmung zur Beibehaltung der Milizarmee deuten aber an, wann die Grenzen des Sparens in der Schweiz erreicht sein dürften: wenn das Geld nicht mehr reicht, um die Armee in ihrer heutigen Form zu erhalten.

Quellen: Beobachter-Leserbefragung 2011, Parteien; Infografik: Beobachter/dr

Quelle: Thinkstock Kollektion
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