Martin Minder (Name geändert) bleibt dabei: «Es war bloss ein Streich.» Was sich letzten Oktober in der Kaserne von Payerne ereignete, tönt tatsächlich harmlos: Am Ende ihrer RS schleichen ein paar Rekruten in den Schlafsaal ihres Korporals und verpassen ihm mit Kissen leichte Hiebe. Der Unteroffizier nimmts locker und will die Sache abhaken, nachdem sich die übermütigen Jungsoldaten bei ihm entschuldigt haben.

Tatbestand der Meuterei
Doch die Beteiligten haben nicht mit dem disziplinarischen Eifer ihrer höher gestellten Kommandanten gerechnet. Im Disziplinarverfahren wurde aus dem vermeintlichen Jux der Tatbestand der Meuterei und des Ungehorsams. Auch eine Beschwerde änderte nichts am Strafmass für die zehnsekündige Kissenschlacht: drei Tage scharfer Arrest. Von Unverhältnismässigkeit will Martin Immenhauser, Informationsbeauftragter der Militärjustiz, aber nichts wissen. Weil die Rekruten ihre Aktion schon eine Nacht zuvor vergeblich versucht hatten, liege eine vorsätzliche Wiederholungstat vor – «und das ist kein Spass mehr».

Minder hat im Mai seine Strafe abgesessen – als Zivilist in einem Gefängnis in Biel. Den im Urteil gemachten Vorwurf einer «verwerflichen Einstellung» gegen das Militär widerlegt der 21-Jährige leicht: Kürzlich ist er in die Unteroffiziersschule eingerückt.