Ausser der Ankunft des zweifellos schönsten Kindes der Geschichte sei an jenem Tag auch sonst noch Gewichtiges passiert:

  • Samuel Schmid wehrte sich gegen seine Köpfung.
  • Die Bankenkrise liess die Börse kollabieren.
  • Der FC Basel bekam in der Champions League aufs Dach.

Ein durchzogener Tag, wenn man ehrlich ist. Doch junge Eltern sehen alles rosarot. Deshalb fanden sie auch die Aufzählung jener Berühmtheiten, die an einem 16. September zur Welt kamen, sehr bemerkenswert:

  • Der Langstreckenläufer Emil Zatopek (1922).
  • Der Bluesmusiker B. B. King (1925).
  • Der Ewig-Linke Oskar Lafontaine (1943).

Na ja, B-Klasse. Aber erstrebenswert genug für die Zusicherung, dass es die kleine Susanna dereinst ganz sicher auf diese Promiliste schaffen würde. Mamas und Papas sind halt so.
Jetzt mal unter uns, süsse Sue: Vergiss es! Das schafft nicht mal Sämi Schmid. Du kannst bestenfalls darauf hoffen, dass du in der Mitte deines Lebens nicht eine solch ernüchternde Bilanz ziehen musst wie ich. Meinen Geburtstag etwa, den 20. Februar, teile ich mit mässig brillanten Figuren wie:

  • Papst Martin (1368), erfolgloser Reformer.
  • Gordon Brown (1951), Pleiten-Premier.
  • Cindy Crawford (1966), schönes Model und miese Schauspielerin.

Auch an weltbewegenden Ereignissen sind an diesem Datum keine Brüller dokumentiert:

  • Bei Helgoland kollidierte der norwegische Tanker «Anne Mildred Brovig» mit einem Frachter (1966).
  • Die Konsuln von Österreich, Uruguay und El Salvador wurden von der baskischen ETA entführt (1981).
  • In Düsseldorf wurde «Der Schweinestall» des ermordeten Autors Pier Paolo Pasolini uraufgeführt (1988).

Grad gar nichts passiert ist offenbar am Tag meiner Geburt, dem 20. Februar 1964. Einzig die deutsche Hitparade lässt sich festmachen, ein Defilee des Grauens:

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  • «Wenn ich ein Junge wär» (Rita Pavone).
  • «Schloss auf dem Mond» (Rex Gildo).
  • «Nachts hör ich immer alle Uhren schlagen» (Peter Alexander).

Da bleibt mir nur die Flucht nach vorn - vielleicht stehen die Sternstunden erst bevor. Google verheisst am «20. Februar 2009» allerdings wenig Berauschendes:

  • Die Schnitzelbankgruppe «Üfheeru!!» zieht durch Naters bei Brig.
  • Grünabfuhr in Villigen/Stilli/Unterbözberg.
  • Vortrag an der Seniorenuni Bern: «Weshalb alte Menschen so gern von ihrer Vergangenheit erzählen».

Letzteres ist ja nun ein deutlicher Wink. Also höre ich besser auf, im Vorleben zu wühlen. Überhaupt: Irgendwie hat dieser 20. Februar so gar nichts mit mir zu tun. Vielleicht ein historischer Kalenderirrtum? Ich muss mal mit meinen Eltern reden.

Quelle: Luca Schenardi
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