Nun sind ja Dämmerungseinbrüche nichts Neues man könnte fast sagen: etwas Alltägliches. Und dass sie ab Ende Juni immer früher eintreten, wurde schon in vergangenen Jahren beobachtet. Aber mit der Umstellung auf die Winterzeit verschärft sich die Situation jeweils. Daher will die Polizei nun verstärkt gegen Dämmerungseinbrüche vorgehen.

Na, endlich. Es ist höchste Zeit, dass diejenigen, die die allabendlichen Dämmerungseinbrüche zu verantworten haben, zur Rechenschaft gezogen werden. Denn Dämmerungseinbrüche sind schliesslich kein Kavaliersdelikt – man denke nur an die Folgekosten, die der Allgemeinheit entstehen: In den meisten Fällen zieht der Einbruch der Dämmerung eine Dunkelheit nach sich, die bis zum nächsten Morgen anhält. Diese Dunkelheiten machen vielerorts aufwendige Beleuchtungsinstallationen nötig. Schätzungsweise 99,9 Prozent aller Schweizer Haushalte sind bereits mit elektrischem Licht ausgerüstet; ganze Plätze, Gassen und Strassenzüge müssen beleuchtet werden.

Die Polizei will deshalb vor Einkaufszentren und bei öffentlichen Anlässen Broschüren und Handzettel mit Schutzhinweisen verteilen. Da steht dann vielleicht: «Wenn Sie das nicht mehr lesen können, ist es dunkel.» Zudem sollen die sichtbare Präsenz erhöht und die Kontrollen verdächtiger Personen intensiviert werden. Das dürften dann wohl in erster Linie finstere Typen sein oder Personen, bei denen Verdunkelungsgefahr besteht.

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Und auch die Bevölkerung kann helfen: Um das Risiko eines Dämmerungseinbruchs zu minimieren, seien Fenster und Türen beim Verlassen der Wohnung zu schliessen und abends Lichter brennen zu lassen. Klingt logisch: Wenn das Licht drin bleibt, kommt die Dunkelheit auch nicht ins Haus. Und wenn Licht undDunkel klar getrennt sind, dann dämmerts auch nirgends.

Trotz alledem: Wo und wann es wieder passiert, weiss niemand. Zwar zeigt die Erfahrung, dass nicht alle Orte gleichermassen betroffen sind: Gebiete in der Nähe von Autobahnanschlüssen waren in den letzten Jahren besonders gefährdet, aber grundsätzlich kann es jeden treffen.

Und da nur die wenigsten Dämmerungseinbrüche gemeldet werden, muss wohl von einer weit höheren Dunkelziffer ausgegangen werden. Denn oft werden die Delikte gar nicht als solche erkannt. Viele Bürger halten das Einbrechen der Dämmerung für das unschuldige Eindunkeln eines jeden Tages Abend.

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Einen Hinweis hat die Polizei allerdings: Wenn in vergangenen Jahren im Zusammenhang mit einem Dämmerungseinbruch jemand verhaftet werden konnte, waren es oft Personen aus Polen oder Rumänien.

Vorsicht ist also vor allem geboten, wenn die abendliche Dämmerung vom Osten her einbricht. Dann sind wahrscheinlich wieder Schurken am Werk.