So ganz unter uns darf ichs Ihnen ja sagen: Ich bin kein Hundefreund. Ich verstehe jene Leute nicht, die ein Herz für alles haben, was vier Beine hat, bellt und bei Regen nach nassem Hund riecht. Ich habe da nämlich zwei Probleme. Erstens: die Hunde. Zweitens: die Hundehalter.

Zu Problem eins: Der Hund an sich ist ja kein würdiges Wesen. In seinem tiefsten Innersten möchte er Wolf sein, einfach nur Wolf - nicht bloss ein bis zur Unkenntlichkeit deformierter Abkömmling seines majestätischen Urahnen. Und wenn der Hund schläft, träumt er. Er träumt von den schneeglitzernden Steppen Sibiriens, wo er mit seinen Freunden dahinjagt, mit seinem Rudel, windschnell, Wolf unter Wölfen.

Wenn er dann aufwacht, kommt es ihm ziemlich eng vor in Paris Hiltons Handtasche. Und damit ist er nicht allein - wie ihm geht es Tausenden anderen: Weil sein Frauchen so berühmt ist, ist der Trend zum Taschenhund längst um die Welt gegangen. Vom Steppen- zum Handtaschenbewohner - man siehts: Der Kontakt mit dem Menschen hat der Spezies Hund nicht gut getan. Die Entwicklungsgeschichte des Wolfes, das bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung, ist an einem absoluten Tiefpunkt angelangt.

Zu Problem zwei: Der Hundehalter an sich ist ja kein würdiges Wesen. Als Beispiel sei das Gassigehen genannt. Da vermeldet der Hund sein Bedürfnis, ein Geschäft zu verrichten - und löst damit bei seinem Begleiter eine wahre Kaskade von Reflexhandlungen aus. Erst wird nervös ein Robidog-Säcklein hervorgenestelt. Und dann kommts: Der Hundehalter wird zum Kotklauber. Eigentlich schon entwürdigend genug. Aber: Die dabei vollführte Bewegung des Sich-Bückens bringt es naturgemäss mit sich, dass er der geneigten Öffentlichkeit sein hoch erhobenes Hinterteil zuwendet - auch dies ein Gestus, der nicht gerade als Ausdruck der Erhabenheit gilt.

Doch es kommt noch dicker: Das darmwarme Sammelgut wird sorgfältig verpackt und behutsam transportiert. Zumindest zur Winterszeit, so hört man, dient es dann schon mal als willkommener Handwärmer auf dem Weg zum nächsten Robidog-Kasten. Man siehts - der Kontakt mit dem Hund hat der Spezies Mensch in ihrer Entwicklungsgeschichte nicht zum Ruhme gereicht.

Um es kurz zu fassen: Der Hund hat ein Problem: seinen Halter. Der Halter hat ein Problem: seinen Hund. Ich hoffe, Sie sehen jetzt mein Problem.