Noch vor einem Jahr versteckte sich das Bazl hinter dem Datenschutz und teilte dem Beobachter mit, dass nur «Berechtigte» auf schriftliches Gesuch hin Auskunft über Schrott-Airlines erhielten. Nachdem im Januar 2004 eine Maschine der ägyptischen Gesellschaft Flash Airlines in Sharm el-Sheikh abgestürzt war, wurde bekannt, dass deren Maschinen in der Schweiz Landeverbot hatten. Nur wussten das weder Passagiere noch Reiseveranstalter.

Nach dem Absturz einer Maschine der zypriotischen Helios Airways bei Athen diesen August plant nun auch die EU die Herausgabe der schwarzen Liste: Ab Oktober werden nicht nur Fluggesellschaften, sondern auch einzelne Maschinen beim Namen genannt. Darüber hinaus prüft die EU eine Pflicht für Reiseveranstalter, die Touristen beim Buchen zu informieren, mit welcher Airline sie fliegen werden.

Die Schweiz will vorerst nur gesperrte Flugunternehmen preisgeben; laut Anton Kohler vom Bazl werden das «eher exotische Gesellschaften» sein. Derzeit zählt die interne Liste 18 Einträge – unsichere Einzelmaschinen inklusive.

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