Die Schweiz ist wie gelähmt. In der wohl wichtigsten Frage kann sie sich nicht entscheiden: Wie halten wirs mit der EU? Die Politik versucht alles, um der Frage auszuweichen. Statt den Blick über den Tellerrand zu heben, feiern 1.-August-Redner und -Rednerinnen auch heuer lieber die Werte der Vergangenheit, die die Schweiz zu dem gemacht haben, was sie heute ist: eine Insel des Wohlstands. Als hätte das nichts mit der EU zu tun.

«Der Starke ist am mächtigsten allein. Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst», liess Friedrich Schiller seinen Wilhelm Tell vor 200 Jahren sagen. Die Schweiz wiegt sich auch heute noch im Glauben, Tells Losung sei für alle Zeiten die richtige – auch gegenüber Europa. Aber sind wir tatsächlich so stark, dass wir auf uns allein zählen können? Nach der EWR-Abstimmung 1992 war der Alleingang mit bilateralen Verträgen der schlaue Ausweg aus dem politischen Patt. Die Schweiz ist damit überraschend gut gefahren, zumindest wirtschaftlich. Die Bilateralen ermöglichten die Integration in den EU-Markt. Und nahmen so Druck weg, das Verhältnis zu Europa überdenken zu müssen.

Warten, Konzeptlosigkeit und eine gesunde Prise Pragmatismus prägen seit 1992 unser Verhältnis zur EU. Untermauert von einem Flickwerk aus inzwischen 120 Verträgen, deren Herzstück die Bilateralen sind, sichern sie der Schweiz den Zugang zu einem Markt mit 490 Millionen Konsumenten. Im Gegenzug musste sie sich für EU-Anbieter öffnen. Das erhöhe den Wettbewerbsdruck im Land, mache die Wirtschaft fitter und drücke die Preise, hiess es beim Abschluss der Bilateralen I vor elf Jahren. Nur: Haben sich diese Hoffnungen erfüllt?

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Erwerbstätigkeit in Prozent der Bevölkerung
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Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandprodukts
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Bruttoinlandprodukt pro Einwohner, in Dollar
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Dreimonatszinssatz in Prozent, aktuell
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Die Wirtschaft wächst dank der EU

Die Bande zu Europa sind enger denn je. Die Schweiz verdient jeden dritten Franken mit der EU. Täglich werden Waren im Wert von über einer Milliarde Franken gehandelt. 62 Prozent der Exporte gehen in die EU, 81 Prozent der Importe stammen von da. Damit ist die Schweiz stärker in die EU eingebunden als mancher Mitgliedstaat.

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Als Wachstumsmotor herausgestellt hat sich – neben dem Zugang zum EU-Markt – der liberalisierte Personenverkehr. Engpässe, wie sie bei der Rekrutierung von Managern, Ingenieuren und Facharbeitern typisch waren, sind Vergangenheit. Deshalb wurde die Wirtschaft im letzten Aufschwung auch nicht zurückgebunden, sagt Aymo Brunetti vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Die Zuwanderung hat sich seit Mitte der neunziger Jahre auch stark verändert. Damals besassen 20 Prozent der Zuwanderer einen (Fach-)Hochschulabschluss, heute sind es 58 Prozent. Der Anteil ausländischer Professoren hat sich auf 43 Prozent verdoppelt. Zwei von fünf Geschäftsleitungsmitgliedern der 100 grössten Unternehmen sind Ausländer.

725 Franken für jeden Einzelnen – so hoch beziffert das Seco den Jahresgewinn der Personenfreizügigkeit je Einwohner. Dank den hochqualifizierten Einwanderern erhöhte die Schweiz ihre Produktivität in den zehn Jahren bis 2005 um jährlich 0,5 Prozent – macht einen Beitrag von 2,4 Milliarden Franken ans Bruttoinlandprodukt, errechnet Arbeitsmarktprofessor George Sheldon. «Der flexible Arbeitsmarkt ermöglicht Unternehmen, sich schneller an neue Situationen anzupassen. Das wiederum vermindert die Gefahr, dass überholte Strukturen erhalten bleiben», meint Jan-Egbert Sturm, Leiter der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF). In den jetzigen harten Zeiten sei das «wichtiger denn je».

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Nur: Ist diese neue Art der Zuwanderung tatsächlich das Resultat der Bilateralen? Nein, meint Daniel Müller-Jentsch von Avenir Suisse, dem Think-Tank der Konzerne. Die Bilateralen hätten in Staatsverträgen bloss festgeschrieben, was die Wirtschaft längst gemacht habe: mehr Fachkräfte ins Land zu holen. Lohnmässig profitierten daher nicht unbedingt die Hochqualifizierten. Unter ihnen herrscht heute mehr Konkurrenz; das drückt die Löhne. Schlechter Qualifizierte dagegen verdienten tendenziell mehr – solange die Wirtschaft noch brummte. Deshalb folgert der Berner Volkswirtschaftsprofessor Reto Föllmi: «Diese neue Zuwanderung bremst die Einkommensspreizung.» Sie sorgt also für einen gewissen Ausgleich zwischen besser und schlechter Verdienenden.

Dass die starke Zuwanderung das Lohnniveau insgesamt drücke, dafür gebe es keine statistischen Hinweise. «Die aktuellen Lohnkürzungen sind eine Folge der schweren Krise und nicht der Zuwanderung», so KOF-Chef Sturm. Er warnt vor einer Abschottung des Arbeitsmarkts: «Das würde mittelfristig genau das Gegenteil bewirken: weniger Beschäftigung, mehr Arbeitslose.»

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Dass der Lohndruck nicht grösser sei, verdankten die Arbeitnehmer in erster Linie den flankierenden Massnahmen, wie sie die Linke durchgesetzt habe, präzisiert Paul Rechsteiner, Präsident des Gewerkschaftsbunds. Diese Politik müsse fortgesetzt werden. Schliesslich müsse es auch in Zukunft möglich sein, dass man in der Schweiz von Schweizer Löhnen leben kann: «Wir brauchen einen starken Schutz gegen Lohndumping und Sozialabbau.»

Sogar die Landwirtschaft, traditionell Feind jeder Marktöffnung, denkt um. Aus gutem Grund: Ihre Exporte in die EU haben sich von 2002 bis 2007 auf 4,6 Milliarden Franken verdoppelt. Und das Bauernsterben hat sich nicht beschleunigt. Der Strukturwandel werde durch die Bilateralen «nicht oder nur wenig beeinflusst», resümiert Jacques Chavaz vom Bundesamt für Landwirtschaft. Sein Paradebeispiel für den Erfolg der Marktöffnung ist der Käse: Obwohl die Menge verkäster Milch laufend sinkt und die Exportsubventionen 2004 gestrichen wurden, hat sich die Ausfuhr in sieben Jahren mehr als verdoppelt. Es gehen fünfmal mehr Weichkäse und zwanzigmal mehr Frischkäse in die EU. Die Käser haben auf die Marktöffnung mit innovativen Produkten reagiert – und sind heute fitter als vor zehn Jahren.

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Die Kehrseite der bilateralen Medaille: mehr Arbeitslose. Ohne Bilaterale II wäre die Arbeitslosenquote im letzten Boom auf 1,7 Prozent statt bloss auf 2,6 Prozent gesunken, analysiert Peter Stalder, Ökonom der Nationalbank. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Beschäftigten. Dass die Arbeitslosenquote unter Ausländern nach wie vor höher ist als unter Schweizern, hänge aber nicht mit den Bilateralen zusammen. Das sei in erster Linie ein Erbe der früheren Ausländerpolitik, als vor allem schlechter Qualifizierte ins Land geholt wurden.

Mehr Wirtschaftswachstum, mehr Beschäftigung, kein Lohndumping, nur wenig höhere Arbeitslosenzahlen – die wirtschaftliche Bilanz des Alleingangs fällt positiver aus, als man bei Unterzeichnung der Verträge vor elf Jahren dachte. Trotz der tiefen Wirtschaftskrise könnte man beinahe meinen: Wir sind zu gut für die EU.

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1 nach Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen

2 inkl. Miete

3 Nettostundenlöhne geteilt durch Kosten des Gesamtwarenkorbs (inkl. Miete)

Längst läuft massive politische Anpassung

Die Schweiz hat sich mit der EU bilateral arrangiert. Die Politik sieht keinen Grund, diesen Weg zu überdenken, und lässt lieber die Finger vom Thema. Auch wenn die Schweiz wirtschaftlich noch im Vorteil ist und am liebsten nichts ändern würde, muss sie sich eingestehen: Ihre Position gegenüber der grösser gewordenen EU verschlechtert sich laufend. Politisch zahlt die Schweiz für den Alleingang einen immer höheren Preis. Der Form nach kann sie zwar souverän handeln. Praktisch jedoch ist sie nicht frei, ja oder nein zu sagen. Zu gross wären die Nachteile. Wer mit der EU im Geschäft bleiben will, muss Gemeinschaftsrecht übernehmen: «Der bilaterale Weg ist damit gepflastert», sagt Franz von Däniken, Ex-Diplomat, bis 2005 Chefunterhändler in Brüssel. Für Rosinenpicker sei kein Platz mehr.

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Bilateral heisst nichts anderes als: «autonomer Nachvollzug». Mit diesem Unwort kaschiert die Politik die stille Anpassung und gaukelt Spielraum vor, wo keiner ist. Reflexartig trimmt sie selbst ihre Gesetze europakompatibel, etwa das Kartellrecht, das Binnenmarktgesetz und das Gesetz zum Abbau der Handelshemmnisse. Bei den Bilateralen ist die Nuance bloss die, dass die Anpassung vertraglich vereinbart ist.

Dass der bilaterale Weg die Souveränität stärke, gehört für von Däniken zu den «grossen Illusionen schweizerischer Politik». Vielmehr schwäche er die Souveränität und mache die Schweiz anfällig für Druck, wie die Diskussion um das Bankgeheimnis gezeigt habe. «Wir stehen mitten in einem schleichenden Prozess der Fremdbestimmung.» Wann und worüber verhandelt wird, bestimmt die EU; das Gemeinschaftsrecht ist die Basis. So übernimmt die Schweiz beim Luftraum direkt künftiges EU-Recht. Mit dem Schengener Abkommen verzichtet sie auf Kontrollen an gemeinsamen Grenzen mit der EU. Und für den freien Warenverkehr akzeptiert sie einseitig die EU-Zulassungen nach dem Cassis-de-Dijon-Prinzip. Danach können in der EU zugelassene Waren automatisch auch in der Schweiz verkauft werden.

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EU-Recht beeinflusst inzwischen rund die Hälfte der Bundesgesetzgebung, wie ein Forschungsprojekt des Berner Europarechtlers Thomas Cottier zeigt. Von 1993 bis 1995 machte die Schweiz die Hälfte der untersuchten Gesetze EU-konform, von 2004 bis 2007 übernahm sie in 15 Prozent der Fälle EU-Recht ganz und in 33 Prozent teilweise. Aufschlussreich ist auch der Vergleich Schweiz/Österreich der Uni Genf: Der Anteil von EU-Recht ist bei beiden gleich gross. Demnach ist es einerlei, ob man Mitglied ist wie Österreich oder bilateral verhandelt wie die Schweiz.

SP-Nationalrat Roger Nordmann forderte vor drei Jahren, der Bundesrat solle regelmässig berichten, wie viele Erlasse europäisiert werden. Die Regierung lehnte ab. Für Cottier eine «klassische Verdrängung». Die Politik sei nicht bereit, Transparenz zu schaffen. «Wüssten die Leute, wie viel EU-Recht wir bereits haben und wie sehr wir faktisch Mitglied oder ein ‹zugewandter Ort› geworden sind, hätte das sicher Auswirkungen auf die Beitrittsdiskussion», sagt er. Noch deutlicher wird der Lausanner Politologe Dieter Freiburghaus: «Der Preis des Alleingangs ist ein halbkolonialer Status.»

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Die deutsche Rhetorik im Streit um die Steueroase und die OECD-Standards bestätigen das. Auf die Metapher von Kavallerie und Indianern reagierte Bern alarmiert, denn sie traf den wunden Punkt: die Selbsttäuschung über das Mass an Autonomie und die Angst vor der Vereinnahmung.

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Der Schlüssel liegt in Brüssel

Für die Zukunft gibt es drei Möglichkeiten: Die Schweiz bucht die Fremdbestimmung ab als Preis für die wirtschaftlichen Vorteile. Oder sie widersetzt sich und erduldet Schikanen. Oder sie ergreift die Flucht nach vorn und tritt der EU bei. In einer vernetzten Welt definiert sich laut Franz von Däniken die Souveränität eines Staats nicht mehr nur national, sondern zunehmend auch international. Man muss also dort dabei sein, wo die Entscheide fallen. «Die Mitgliedschaft», glaubt er, «verschafft so viel Einfluss, dass der teilweise Souveränitätsverzicht per saldo einen Souveränitätsgewinn bedeutet.» Der Schlüssel, unsere Geschicke wieder in die Hand zu nehmen, liege in Brüssel. Was immer dort beschlossen werde, hole uns früher oder später ein – sogar der Bann gegen die Cervelat-Haut.

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Als Passivmitglied ohne Stimmrecht jedoch ist die Schweiz zusehends von Informationen abgeschnitten, so dass die Gefahr von Fehlurteilen wie beim Bankgeheimnis wächst. Es wird auch schwieriger, in Europa Gehör zu finden und Allianzen zu schmieden. Vor allem die EU-Osterweiterung verschob die Gewichte. Konnte die Schweiz zuvor auf gute Nachbarn zählen, reden nun Osteuropäer mit, die wenig Lust haben, auf Extrawünsche einzugehen. Die Schweiz ist nur noch ein lästiges Anhängsel. Und die EU lässt sie spüren, dass 490 Millionen Europäer mehr gelten als ein paar Millionen Schweizer, die sich zu gut für Europa fühlen und einen Sonderstatus beanspruchen.

Eine ernsthafte Diskussion über unser Verhältnis zur EU findet trotzdem nicht statt. Ex-Staatssekretär von Däniken wäre «nur schon froh, wenn der Bundesrat, das Parlament und die Parteien offen sagen würden, dass der bilaterale Weg zu einer schleichenden Fremdbestimmung führt».

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Andere Geschichte, anderes Denken

Warum eigentlich tut sich die Schweiz so schwer mit Europa? Das hat zu tun mit der EU selbst, diesem Verwaltungsmoloch, der unseren Vorstellungen von direkter Demokratie und Föderalismus nicht entspricht, sich in rasendem Tempo ausbreitet, die Völker mischt und alle Grenzen öffnet.

Es hat aber ebenso viel zu tun mit dem Selbstbild der Schweiz und ihrer historischen Erfahrung. Der Bundesstaat, entstanden als liberale Kleinstrepublik inmitten reaktionärer Königreiche, war von Anfang an ein zerbrechliches Gebilde. Ohne gemeinsame Sprache, Konfession und Kultur fehlte ihm der Kitt, der Nationen zusammenhält. Deshalb musste im 19. Jahrhundert grosser Aufwand betrieben werden, um aus der heterogenen Bevölkerung «ein einzig Volk» zu schmieden.

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Die Integration nach innen geschah, indem man die Besonderheit betonte und sich nach aussen abgrenzte: Die Befreiungslegende mit Tell, den Schwurbrüdern und dem Rauswurf fremder Vögte, die Willensnation, der Sonderfall, direkte Demokratie und Föderalismus wurden zu mächtigen Identitätsmustern, die unser Selbstverständnis bis heute prägen. Neutralität und Unabhängigkeit wurden im gefährdeten Kleinstaat zum Mythos hochstilisiert. Was rundherum passierte, nahm er als Bedrohung wahr. Nicht aus Überheblichkeit blieb die Schweiz Weltorganisationen fern, sondern im Bewusstsein, dass diese ihre nationale Identität erschüttern könnten. So hält die Schweiz noch immer das Konzept des Nationalstaats hoch, das sich in Europa so gründlich unmöglich gemacht hat.

«Europa ist entstanden aus dem Schmerz», sagte 2004 der damalige deutsche Aussenminister Joschka Fischer in Rüschlikon. Der Zweite Weltkrieg lehrte die Staaten, ihr Heil in der Zusammenarbeit zu suchen. Die Schweiz erlebte dies fundamental anders: Weil sie verschont blieb, geht ihr die kollektive Leiderfahrung ab, die die europäische Integration in Gang setzte. Sie kann nicht eingestehen, dass Sicherheit und Wohlstand seit 50 Jahren von der EU kommen. Während andere Länder sich aufgrund ihrer Erfahrung von der Idee des Nationalstaats entfernt und eine europäische Ordnung errichtet haben, denkt die Schweiz noch wie im 19. Jahrhundert. Sie hält sich draussen, obwohl es «draussen» in Europa nicht mehr gibt.

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Der Schweiz steht aber nicht nur ihre historische Erfahrung im Weg, um eine nüchterne EU-Debatte zu beginnen. Genauso tut es der wirtschaftliche Erfolg der Bilateralen. Der Druck, sich in der Europafrage festzulegen, scheint weg. Der bilaterale Weg kann noch für einige Zeit funktionieren. Doch die Schweiz kann nicht länger die Augen davor verschliessen, dass ihre Handlungsspielräume immer kleiner werden und sie immer mehr Souveränität verliert. Der bilaterale Weg ist ein Beitritt in Raten, ob wir das wollen oder nicht.

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4 Prognose

 

 

 

 

 

   

EU    CH 

1951 

 

Um weitere Kriege in Europa zu verunmöglichen, gründen Frankreich, Deutschland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Italien die Montanunion, einen gemeinsam verwalteten Markt für Kohle und Stahl.

 

 

 

 

 

 

 

1957 

 

Die sechs Staaten gründen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG (Zollunion) und die Atomgemeinschaft Euratom.

 

 

 

 

 

 

 

1960 

 

 

 

Als Gegenstück zur EWG gründen sieben Staaten die Europäische Freihandelsassoziation Efta. Die Schweiz ist Gründungsmitglied.

 

 

 

 

 

1967 

 

Montanunion, EWG und Euratom werden zur Europäischen Gemeinschaft EG zusammengeführt.

 

 

 

 

 

 

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1972 

 

 

 

Das Schweizer Volk nimmt das Freihandelsabkommen Schweiz/EG an.

 

 

 

 

 

1973 

 

Grossbritannien, Irland und Dänemark treten der EG bei. Norwegen lehnt den Beitritt in einer Volksabstimmung ab. Die EG zählt nun neun Mitglieder.

 

 

 

 

 

 

 

1981 

 

Griechenland tritt der EG bei.

 

 

 

 

 

 

 

1986 

 

Spanien und Portugal treten bei. Die EG umfasst nun zwölf Mitglieder.

 

 

 

 

 

 

 

1989 

 

Die Efta-Staaten beginnen Verhandlungen mit der EG über einen Europäischen Wirtschaftsraum EWR.

 

 

 

 

 

 

 

1992 

 

Die EG-Mitglieder unterzeichnen den Maastrichter Vertrag über die Gründung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Die EG wird in Europäische Union EU umbenannt.

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Die Schweiz stellt ein Gesuch um Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU. Das Schweizer Volk lehnt den Beitritt zum EWR ab.

 

 

 

 

 

1993 

 

Der europäische Binnenmarkt entsteht. Es gilt der freie Verkehr von Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital.

 

Die Schweiz friert das Gesuch um EU-Beitrittsverhandlungen ein und ersucht die EU kurz darauf um bilaterale Verhandlungen.

 

 

 

 

 

1994 

 

Der EWR tritt in Kraft, alle EU- und alle Efta-Staaten mit Ausnahme der Schweiz haben das Abkommen ratifiziert.

 

Das Schweizer Volk nimmt die Alpeninitiative zur Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schweiz und die EU eröffnen die bilateralen Verhandlungen I (Land- und Luftverkehr, Personenfreizügigkeit, Agrarprodukte, Forschung, technische Handelshemmnisse und öffentliche Beschaffung). .

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1995 

 

Österreich, Finnland und Schweden treten der EU bei. Norwegen lehnt in einem Referendum erneut ab. Die EU umfasst nun 15 Mitglieder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Schengen-Abkommen tritt in Kraft. In der ganzen EU ausser Grossbritannien und Irland fallen die Grenzkontrollen weg.

 

 

 

 

 

 

 

1997 

 

 

 

Die Initiative «EU-Beitrittsverhandlungen vors Volk!» wird abgelehnt.

 

 

 

 

 

1998 

 

 

 

Die Schweiz und die EU einigen sich auf die sieben bilateralen Abkommen I. Das Schweizer Volk nimmt die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe an.

 

 

 

 

 

1999 

 

Der Euro wird im bargeldlosen Handel an den Börsen als Währung eingeführt.

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2000 

 

 

 

Das Schweizer Volk stimmt den sieben bilateralen Abkommen I deutlich zu.

 

 

 

 

 

2001 

 

 

 

Die Initiative «Ja zu Europa» wird an der Urne abgelehnt. Die Schweiz und die EU nehmen neue bilaterale Verhandlungen II auf (Betrugsbekämpfung, verarbeitete Agrarprodukte, Umwelt und Statistik).

 

 

 

 

 

2002 

 

Der Euro ersetzt als Bargeld die Währungen in zwölf Mitgliedstaaten.

 

Die Bilateralen I treten in Kraft. Die Bilateralen II werden auf zehn Dossiers ausgeweitet (darunter Schengen/Dublin).

 

 

 

 

 

2004 

 

Polen, Ungarn, Slowenien, Tschechien, die Slowakei, Estland, Lettland, Litauen, Zypern und Malta treten der EU bei. Sie umfasst nun 25 Staaten.

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Die Schweiz und die EU schliessen die Verhandlungen zu den Bilateralen II ab.

 

 

 

 

 

 

 

Die Staatschefs der 25 EU-Mitgliedstaaten unterzeichnen in Rom den Vertrag für eine EU-Verfassung.

 

Das Parlament genehmigt die Bilateralen II und die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Staaten. Die Abkommen treten nach und nach in Kraft.

 

 

 

 

 

2005 

 

Frankreich und die Niederlande lehnen die EU-Verfassung in Referenden ab. Die EU beschliesst eine Denkpause.

 

Das Schweizer Volk heisst die Teilnahme an Schengen/Dublin gut. Das Schweizer Volk nimmt die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf die neuen EU-Staaten an. Diese tritt ein halbes Jahr später in Kraft.

 

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2006 

 

 

 

Das Schweizer Volk stimmt dem Osthilfegesetz und damit der Kohäsionsmilliarde (verteilt über zehn Jahre ab 2008) zugunsten der neuen EU-Staaten Osteuropas zu.

 

 

 

 

 

2007 

 

Rumänien und Bulgarien treten der EU bei. Sie zählt nun 27 Mitglieder.

 

Die Kontingente (Zuwanderungsbeschränkung) für Bürger der 15 alten EU-Staaten werden aufgehoben.

 

 

 

 

 

 

 

Der EU-Gipfel erklärt die Verfassung für gescheitert und nimmt einen neuen Anlauf für einen Reformvertrag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schweiz und die EU unterzeichnen das Forschungsabkommen. Start der Verhandlungen im Strombereich.

 

Start der Verhandlungen über die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien.

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Die Staatschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten unterzeichnen den Reformvertrag von Lissabon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die EU erweitert den Schengen-Raum um neun Länder.

 

Die bilateralen Rahmenabkommen mit den zehn neuen EU-Staaten und der Erweiterungsbeitrag (Kohäsionsmilliarde) werden in Bern unterzeichnet.

 

 

 

 

 

2008 

 

Slowenien, Malta und Zypern treten der Eurozone bei. Die Währungsunion umfasst nun 15 Staaten.

 

Das Schengen/Dublin-Abkommen mit der Schweiz tritt in Kraft.

 

 

 

 

 

 

 

Start der Verhandlungen zum Bildungsabkommen. Das Abkommen über die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Rumänien und Bulgarien wird unterzeichnet. Die Schweiz und die EU beginnen die Zusammenarbeit im Sicherheits-, Visums- und Asylbereich im Rahmen von Schengen/Dublin.

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Die Schweiz schliesst sich dem Schengen-Informationssystem SIS an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Start der Verhandlungen im Agrar- und Gesundheitsbereich.

 

 

 

 

 

2009 

 

Die Slowakei tritt der Eurozone bei. Sie umfasst nun 16 Staaten.

 

Das Schweizer Volk nimmt die Weiterführung der Personenfreizügigkeit und die Erweiterung auf Rumänien und Bulgarien an.

Statistische Quellen: EFD, Eurostat, OECD, SNB, UBS