1. Home
  2. Bürger & Verwaltung
  3. Schwimmbad Biberstein: Bio heisst nicht sauber

Schwimmbad Biberstein: Bio heisst nicht sauber

Die Aargauer Gemeinde Biberstein reinigt ihr Schwimmbad strikt biologisch. Doch die Messwerte der ersten «Biobadi» der Schweiz lassen zu wünschen übrig.

Seit letztem Sommer schwimmen die Badegäste in Biberstein AG inmitten von Schilf, Schwertlilien, Teichrosen und Seerosen. Der Umbau des konventionellen Bads in die erste «Biobadi» der Schweiz hatte rund 100'000 Franken weniger gekostet als eine herkömmliche Sanierung. Eine spezielle Uferzone dient der Regeneration des Wassers, und eine dicht mit Wasserpflanzen bestockte Wurzelraum-Kläranlage übernimmt Reinigungsfunktionen. Der Regenerationsbereich mit Wasserpflanzen, der auch Amphibien eine Heimat bietet, macht etwa zwei Drittel des Teichs aus.

Doch «bio» heisst noch lange nicht sauber. «Erste Messungen haben uns ein wenig enttäuscht», räumt der Aargauer Kantonschemiker Peter Grütter ein. An einigen Tagen seien die Keimzahlen höher gewesen, als es die Obergrenze der kantonalen Badewasserverordnung für Biobäder erlaubt. Und dies obwohl die Toleranzgrenze in biologischen Bädern höher ist als in chemisch desinfizierten Pools. Ernüchterndes Fazit: «In reich frequentierten Freibädern ist die Umwandlung in ein Biobad kaum möglich», sagt der Zürcher Kantonschemiker Alfred Besl.

Schwacher Trost für die Aargauer Biopioniere: «Auch viele Fliessgewässer müssten für den Badebetrieb geschlossen werden», sagt Andreas Bally, Wasserreinigungsspezialist bei der BiCon AG in Kreuzlingen TG.

Veröffentlicht am 02. Juli 2001