Der «Spiegel» ist ein deutsches Nachrichtenmagazin. Mit Betonung auf «deutsch». Zumindest von der Schweizer Armee hat das Blatt keine Ahnung. Das zeigt sich bei der Werbung von Neuabonnenten. Für die gibt es als Geschenk eine «Uhr fürs Leben». Und dort steht Folgendes: «Was beim Schweizer Militär verwendet wird, muss ein Leben lang halten. Das gilt für den unverwüstlichen Chronometer Swiss Military genauso wie für das weltberühmte rote Messer.»

Hunderttausende von Schweizer Wehrmännern blicken jetzt ungläubig auf ihr Handgelenk. Tickt da etwa eine «Swiss Military»? Nein. Und sie war auch während des Militärdiensts nie dort.

Das ist richtig so, sagt die Militärverwaltung: «Wir geben keine Uhren an Wehrmänner ab.» Auch nicht an Offiziere. Also, liebe «Spiegel»-Werbeabteilung: Der «Swiss Military»-Ticker ist eine gewöhnliche Schweizer Uhr. Es gibt übrigens auch Modelle namens «Swiss Air Force» oder «Swiss Army». Mit dem Militär hat das alles nichts zu tun, auch wenn Ogis Mannen mitverdienen – dank dem geschützten «Swiss Army»-Label. Es gibt sogar ein Parfum mit diesem Namen. Letztes Jahr kam eine halbe Million Franken an Lizenzgebühren herein.

Wer weiss, vielleicht kauft die Armee ihren Soldaten jetzt wenigstens ein echtes «Swiss Army»-Taschenmesser. So ein weltberühmtes rotes, von dem auch der «Spiegel» schwärmt. Wäre echt toll. Die grauen Militärmesser haben nämlich keinen Zapfenzieher.