Anfang dieses Jahres berichtete der Beobachter, dass im Kantonsspital Freiburg die Sicherheit von Patienten akut gefährdet ist (siehe «Artikel zum Thema»).

Kaderärzte des Spitals machten Missmanagement der Spitalleitung dafür verantwortlich. Jetzt wollen die CVP-Grossräte Emanuel Waeber und Markus Bapst in zwei Anfragen an den Freiburger Staatsrat geklärt haben, ob die medizinische Versorgung im chirurgischen Notfalldienst ausreichend gewährleistet ist. Bapst will zudem wissen, «ob die Probleme dem Staatsrat bekannt waren und ein Operationssaal ausschliesslich für Notfälle reserviert und bereits verfügbar ist».

Die simple Stellungnahme der bis Ende 2006 amtierenden SP-Staatsrätin Ruth Lüthi, es seien alle notwendigen Massnahmen getroffen worden, ist laut Bapst «ungenügend». Franz Riklin, in Freiburg wohnender Strafrechtsprofessor, ist über diese Kritik nicht erstaunt. Vorwürfe werden pauschal zurückgewiesen: Diese Haltung der Behörden sei aus früheren Justiz- und Polizeiaffären im Kanton bekannt, sagt er. Der Verwaltungsrat des Freiburger Spitalnetzes wollte die kritisierten Missstände zuerst nur intern untersuchen, hat es sich Ende Januar aber plötzlich anders überlegt: Jetzt soll ein ausserkantonaler Experte die Chirurgie, die Leitung der Operationssäle und die Spitalapotheke unter die Lupe nehmen.

Hellhörig geworden ist auch die Schweizerische Gesellschaft für Chirurgie. Laut Präsident Michael Heberer habe man Informationen aus dem Umfeld von Freiburg aufgenommen, könne der Spitalleitung aber keine konkreten Ratschläge erteilen. «Wichtig wäre, dass die Verantwortlichen jetzt Lösungsvorschläge entwickeln. Es darf nicht sein, dass Konflikte auf dem Buckel der Patienten ausgetragen werden.»

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