Die Stadt Zürich setzte 1971 als erste Schweizer Gemeinde eine Ombudsstelle ein; wenig später folgten Winterthur, Basel und Bern. Auf Kantonsebene verfügen heute einzig beide Basel und Zürich über einen Ombudsmann. Die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger sind vielfältig: Sie betreffen Arbeitsklima, Baurechtsstreitigkeiten, amtliche Verwechslungen, Impfempfehlungen, Bussen, Bestattungen, Einbürgerungen. Der Beschwerdekatalog kann mündlich oder schriftlich vorgetragen werden. Alle Anfragen werden vertraulich behandelt.

Anders als die Ombudsleute der Banken-, der Versicherungs- oder der Reisebranche, die an privatwirtschaftliche Loyalitäten gebunden sind, werden die staatlichen Vermittler vom Parlament gewählt; die Exekutive als häufigster Gegenstand der deponierten Ärgernisse kann einen «allzu» kritischen Ombudsmann nicht einfach entlassen.

In private Belange darf sich ein Ombudsmann nicht einmischen. Er sucht nach fairen Lösungen zwischen der Verwaltung und den Bürgern. Er hat aber keine Befugnis, Anordnungen zu treffen.