Man hat es nicht eilig beim Blindenbund: Nach seinen Ferien, Anfang März, werde er gerne einen Gesprächstermin mit dem Beobachter vereinbaren, teilt Anwalt Kurt Meier im Auftrag des Blindenbundes mit.

Dabei gäbe es dringende Fragen zu klären. Im Juli 2010 hatte der Beobachter Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter publik gemacht: Der Blindenbund beziehe unrechtmäs­sig Subventionen. Wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) jetzt mitteilt, muss das Consortium Sehbehindertenhilfe Selbsthilfe Schweiz (CSSS) rund 2,2 Millionen zu viel bezogene Gelder an die Invalidenversicherung zurückzahlen. Das entspricht etwa fünf Prozent der Subventionen der IV und der AHV an das CSSS für die Vertragsperiode 2007 bis 2010.

Im CSSS haben sich fünf Organisationen zusammengeschlossen. Von den 2,2 Millionen entfallen auf den Blindenbund rund 1,25, der Rest geht zu einem grossen Teil an den Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV).

Der Bericht bleibt geheim

Der Blindenbund habe weisungs­­widrig auch Verwaltungs- und Vereinstätigkeiten abgerech­net, sagt Rolf Camenzind vom BSV. Das externe Controlling der Firma KPMG habe aber keinen Hinweis auf straf­rechtlich Relevantes ergeben. Das BSV und der Blindenbund verweigerten die Einsicht in den Bericht. Wie ein internes Blin­denbund-Papier zeigt, listet die KPMG nicht weniger als 18 Mängel bei der Organisation des Blindenbun­des auf. So hätten zum Beispiel 2700 Beratungs­stunden nicht korrekt einem Klientendossier zugewiesen wer­den können. Vorderhand heisst es beim Blindenbund dazu: kein Kommentar.