Christoph Blocher will den Aufruf seines Parteikollegen zum Widerstand gegen ihn nicht länger stehen lassen und kontert nun im Interview mit der «Handelszeitung». «Er ist einer von denen mit der anderen Meinung, seit über 20 Jahren!», sagt Blocher. Und weiter: «Ogi sieht die Schweiz in der EU. Ich nicht.» Der SVP-Stratege kontert den Vorwurf des Alt-Bundesrats, dass die Schweiz in die «totale Isolation» geführt werde so: «Heute gibt es niemanden mehr, der solche Sprüche glaubt.» Der Zürcher Politiker sieht keine allzu grossen Probleme für die Schweizer Wirtschaft, sollten wegen der Einführung von Einwanderungs-Kontingenten die sieben bilateralen Verträge mit der EU fallen. «Der Nutzen dieser Verträge ist für die Schweiz relativ klein», so Blocher. Im Interview mit der «Handelszeitung» konkretisiert er: «Das vermutlich wichtigste der bilateralen Abkommen ist der Verkehrsvertrag. Obwohl ausschliesslich im Interesse der EU, will ich ihn nicht kündigen. Aber wenn die EU das will, ist der Schaden für die Schweiz gering, für wichtige EU-Länder aber sehr gross.»

Blocher: «Bin entschieden gegen die Ecopop-Initiative»

Als «Oberhaupt» der Schweizerischen Volkspartei feierte Blocher mit der Annahme seiner Masseneinwanderungs-Initiative einen grossen Erfolg, doch von der Ecopop-Initiative, die eine radikale Beschränkung der Einwanderung fordert, hält er nichts. «Ich bin entschieden dagegen. Man kann nicht einfach eine fixe Zuwanderungsgrösse definieren. Und mit Geldern für Geburtenkontrolle in Afrika soll das Asylproblem gelöst werden? Das ist absurd.»

Und nicht zuletzt warnt Blocher im Interview mit der «Handelszeitung» sogar die politischen Gegner: «Wenn die anderen Parteien weiter die Umsetzung hintertreiben, müssen sie aufpassen, dass die Ecopop-Initiative am Schluss nicht noch angenommen wird.»

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