Im April machte es der Beobachter publik: Reinhold Hotz, Institutsrat bei Swissmedic, schreibt Gutachten für die Heilmittelbranche und amtet als Rechtsberater für die Vereinigung der Pharmafirmen in der Schweiz (VIPS). Damit ist jene Behörde mit der Pharmaindustrie verfilzt, die unabhängig prüfen sollte, ob Medikamente sicher sind. CVP-Ständerat Hansruedi Stadler und andere Parlamentarier forderten den Bundesrat deshalb auf, bei Swissmedic «diesen Tanz auf zwei Hochzeiten zu beenden».

«Berufliche und persönliche Gründe»
Jetzt zeigt die Kritik Wirkung: Rechtsprofessor Hotz verzichtet auf eine Wiederwahl «aus beruflichen und persönlichen Gründen», wie er dem Beobachter mitteilt. Neben Hotz verlässt auch Swissmedic-Präsident Peter Fuchs den Institutsrat. Fuchs war allseits geschätzt; die Gründe für seinen Rücktritt mag er nicht nennen.

Der Bundesrat muss im Oktober somit zwei Nachfolger wählen: «Es braucht im Institutsrat pharmazeutisches Fachwissen, aber keinen verlängerten Arm der Pharmaindustrie», sagt CVP-Präsidentin Doris Leuthard. Und SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga fordert bereits «Vertreter der Konsumenten in den Swissmedic-Institutsrat, die helfen, die Medikamentenkosten zu senken». Namen gibt sie keine bekannt – die will sie Bundesrat Pascal Couchepin persönlich unterbreiten.

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