Kein Licht ohne Schatten. Das hat der marokkanische Romancier Tahar Ben Jelloun auf schmerzliche Weise erfahren. Denn einer seiner grössten Bucherfolge ist verbunden mit dem dunkelsten Kapitel seines Lebens.

«Das Schweigen des Lichts» erzählt die Geschichte von Salim, der 18 Jahre lang in einem finsteren Kerker eingesperrt war. Begraben bei lebendigem Leib. In einer Gruft, in der Ratten, Kakerlaken und Skorpione hausten. Die Toilette ein Loch in der Ecke. Als Bett zwei Decken auf dem Boden. Die Zelle drei Meter lang, eineinhalb Meter breit. Zu niedrig, um darin aufrecht stehen zu können. Fünf Liter Wasser, zwei Mahlzeiten mit Bohnen und ein Stück Brot pro Tag. Zu viel, um an Hunger oder Durst zu sterben; zu wenig, um satt zu werden. Keine Fenster. Nur Finsternis, die gelegentliches Tageslicht zur Folter macht. Zu dunkel, um real zu sein. Doch der Roman basiert auf wahren Begebenheiten.

Buchtipp

Tahar Ben Jelloun: «Das Schweigen des Lichts»; Berliner Taschenbuch-Verlag, 2007, 252 Seiten, CHF 14.90

Anzeige