Die onkologische Abteilung am Universitätsspital Zürich gab bereits vor einem halben Jahr Anlass zu Diskussionen (siehe Artikel zum Thema «Unispital Zürich: Abrechnung unter Ärzten»). Eine grosse Mehrheit der Mitarbeitenden warf Klinikdirektor Alexander Knuth einen unerträglichen Führungsstil vor, der geprägt von Misstrauen und Drohungen sei. Das Klima war so vergiftet, dass es nach Meinung von einweisenden Ärzten sogar den Spitalbetrieb beeinträchtigte. Ein Mediator wurde gerufen. Der ist heute noch damit beschäftigt, die zerstrittenen Parteien wieder zusammenzubringen.

Jetzt ist auch noch die Finanzkontrolle des Kantons Zürich aktiv geworden. Wie Insider bestätigen, geht es um die angeblich unkorrekte Verrechnung von Honoraren. Ambulante Leistungen, die von Assistenz- oder Oberärzten erbracht wurden, sollen unter dem Namen des Chefarztes, Alexander Knuth, abgerechnet worden sein – sogar dann, als er gar nicht an der Klinik war. Diese Honorare sollen in den Pool geflossen sein, aus dem sich Chefärzte und leitende Ärzte bedienen können.

Spitalleitung und Gesundheitsdirektion geben sich zugeknöpft. Marianne Delfosse, Sprecherin der Zürcher Gesundheitsdirektion, bestätigt lediglich: «Es liegt ein Entwurf des Berichts der Finanzkontrolle vor, zu dem die Beteiligten demnächst Stellung nehmen können.» Auch Alexander Knuth gibt sich bezüglich der Untersuchung zurückhaltend: «Ich bin darüber informiert, dass die Finanzdirektion die Abläufe in der onkologischen Ambulanz überprüft hat.»

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