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Urs WagnerGrünliberaler mit Rechtsdrall

Urs Wagner, grünliberaler Gemeinderat in der Zürcher Agglomeration, vertritt rassendiskriminierendes Gedankengut und glaubt an abstruse Verschwörungen.

Urs Wagner, Dipl. Phys. ETH, seit 2006 im Gemeinderat von Opfikon-Glattbrugg.
von aktualisiert am 21. August 2010

Mit seiner 1. August-Rede hat Urs Wagner, der grünliberale Gemeinderatspräsident der Zürcher Gemeinde Opfikon, sein wahres Gesicht gezeigt: Er wetterte gegen «nicht weisse Menschen», deren Ansiedelung auf europäischem Territorium er grundsätzlich ablehnt. Und gegen sogenannte Kryptomarxisten.

Kryptomarxisten? Der Begriff stammt nicht etwa aus dem Geschichtsbuch, sondern aus dem Vokabular der Ultrarechten. Er findet sich ausschliesslich auf Webseiten, die stramm nationalistisches Gedankengut und die eine oder andere abstruse Verschwörungstheorie verbreiten. Etwa bei «Winkelried.info», der Internetseite von Reinhard Frühmann, dem Gründer der «Zuger Konservativen Schweizer Demokraten». Oder auf geisteswelt.blogsome.com, gemäss deren Urheber die Kryptomarxisten nicht nur die «Uno-Räte infiltriert haben» sondern auch noch die «Verschwulung der Menschheit vorantreiben».

Was aber soll ein Kryptomarxist genau sein? Nach der Zerschlagung des Kommunismus hätten die Kommunisten, so die Mär, die «classe politique» westlicher Staaten infiltriert. Diese stelle eine linksliberale Meinungselite, die auf die Medien einwirke und so die öffentliche Meinung normiere. Zudem verbreite sie Weltuntergangsstimmung, um mit den geschürten Ängsten den Staat auf Kosten der Wirtschaft auszubauen. Und, last but ot least, wolle sie gemeinsam mit der Emanzipationsbewegung die Kindererziehung verstaatlichen.

Wagners Rassen diskriminierenden Ansichten stossen bei seinen Parteikollegen auf wenig Gegenliebe. «Wir hatten keine Ahnung, dass Urs Wagner derartiges Gedankengut pflegt», sagt Vorstandsmitglied und Kantonsrat Jörg Mäder gegenüber dem Beobachter. «Sicher ist, dass es so nicht weitergehen kann.» Der Fall werde intern abgeklärt.

Urs Wagner selber war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

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15 Kommentare

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Paul Nietlisbach
Wager wird bleiben. Er ist in Opfikon sehr beliebt und redet den Bürger aus dem Herzen.

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Peter Schlemihl
Gestern wurde Urs Wagner von der Zürcher glp ausgeschlossen. Damit hat die glp klar gemacht, dass solches Gedankengut bei den Grünliberalen keinen Platz hat!

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Roger Baumann
@Heinz Martin: lernen Sie gefaelligst selber Deutsch (Demokratie = Volksherrschaft) und bei Gelegenheit vielleicht auch noch die deutsche Hoeflichkeitsform ... Wagner hat offensichtlich eine an der Waffel und kann - gleich wie manche der Kommentare hier - nicht wirklich ernstgenommen werden. Da hilft auch das ewige Toibele und Schimpfen auf die Auslaender, die Feministinnen, die Classe Politique, die Intellektuellen und all die anderen kryptomarxistischen Feindbilder nichts - im Gegenteil.

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P
Als aktives GLP-Mitglied ist es für mich schockierend und nicht nachvollziehbar, wieso so ein Exponent noch weiterhin Parlamentspräsident einer grösseren Gemeinde sein kann.

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