André Merz aus Murten gibt sich stets die grösste Mühe, damit er beim Autofahren ja keine der unzähligen Verkehrstafeln übersieht. Trotzdem erhielt er eine Busse wegen übersetzter Geschwindigkeit: «Ausgerechnet ich, der beim Autofahren doch so aufpasst», ärgerte sich Merz. Ein Augenschein vor Ort liess allerdings Zweifel aufkommen, ob die Busse tatsächlich gerechtfertigt war.

Was war geschehen? Nach der Ortsausfahrt war das Ende von Tempo 50 signalisiert, 500 Meter weiter stand erneut eine Signalisationstafel, die «generell 50» vorschrieb – die Geschwindigkeitsmessung durch die Kantonspolizei ergab für André Merz 62 Kilometer pro Stunde. Was gilt nun? Um Klarheit zu schaffen, rief er das Beobachter-Beratungszentrum an. Auf Anraten der Beraterin schrieb er der Ordnungsbussenzentrale, dass er die Busse gerne bezahlen werde, dass er jedoch festhalten möchte, die Signalisation sei nicht über alle Zweifel erhaben. Er sei der Meinung, der Strassenabschnitt gelte als ausserorts und die Busse sei aus diesem Grund nicht gerechtfertigt.

Nur fünf Tage später lag ein positives Antwortschreiben im Briefkasten. Die Gendarmerie Granges-Paccot teilte ihm mit, aufgrund eines Fehlers würde die Busse annulliert: «Wir möchten uns für diese Unannehmlichkeit entschuldigen, es handelt sich um einen Fehler unsererseits.» André Merz war hocherfreut: «Welche Behörde steht so ohne weiteres zu einem Fehler und entschuldigt sich so schnell und noch so freundlich dazu?» Den Beobachter freuts natürlich auch.

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