Name des Arbeitgebers? Bruttoverdienst? Wer eine Kreditkarte beantragt, muss sich sehr persönliche Fragen gefallen lassen. Doch damit nicht genug: Unlängst legte die Kreditkartenfirma Viseca ihren Kunden neue Geschäftsbedingungen vor. Wer sie akzeptiert, erteilt damit der Viseca die Erlaubnis, die sensiblen Daten an Dritte im In- und Ausland zur Verarbeitung und Bearbeitung weiterzugeben.

Christoph Schneeberger aus Lupsingen willigte nicht ein – prompt kündigte die Viseca den Vertrag. «Und dies, obwohl wir jedes Jahr mindestens einen fünfstelligen Betrag mit der Karte umsetzten und nie gemahnt wurden», empört er sich.

Auch in Bern ist man nicht erfreut. «Die Klauseln enthalten sehr intransparente Formulierungen. Die Weitergabe der Daten erfolgt offensichtlich zu Marketingzwecken», sagt Daniel Menna vom Büro des eidgenössischen Datenschutzbeauftragten. Viseca-Chef Barend Fruithof weist diese Vorwürfe zurück: «Kundendaten, die sich bei uns befinden, können ausschliesslich von unseren Mitarbeitern und nur unter höchsten Sicherheitsanforderungen eingesehen werden.»

Datenschützer Menna ist dennoch beunruhigt: «Wir betrachten das Problem seit längerem mit Besorgnis, zumal es praktisch die gesamte Branche betrifft.» Tatsächlich lässt sich nicht auf Verträge ohne diese Klauseln ausweichen. So interessiert sich auch die Wettbewerbskommission für Viseca & Co. «Wir werden den Kreditkartenmarkt beobachten», erklärt Vizedirektor Olivier Schaller.

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