Zum Glück sind Thomas Angeli und Daniel Benz Fussballfans. Sonst hätten die Beobachter-Redaktoren bei der Recherche irgendwann wohl aufgegeben. Doch sie blieben am Ball – und haben nun für ihre Reportage «Hooligans: Der Kick nach dem Kicken» den renommierten Zürcher Journalistenpreis erhalten.

Lange war es eine Zitterpartie: Vier Fahrten nach Basel, ein Besuch im Gefängnis, etliche Mails und argumentative Dribblings der Autoren waren nötig, um mit der Rowdyszene ins Gespräch zu kommen. «Wir mussten bis zum Schluss gegen eine extreme Skepsis bei den Hooligans ankämpfen», sagt Benz. Nach zwei Monaten konnte die Reportage, zu der Michael Würtenberg die Fotos beisteuerte, im Beobachter (siehe Artikel zum Thema «Hooligans: Der Kick nach dem Kicken») erscheinen.

Prompt kam aus der Fussballszene Lob für die Wirklichkeitsnähe des Artikels – quasi ein Steilpass für die Jury des Zürcher Journalistenpreises. Sie würdigte die überzeugende Recherche, die verständliche Sprache und die erhellende Analyse der Fankultur. «Nach der Lektüre versteht man besser, weshalb Ausschreitungen zu einem regelmässigen Begleitphänomen von grossen Sportanlässen geworden sind», heisst es in der Laudatio.

Die beiden Autoren freuen sich, dass mit der Auszeichnung ihr grosser Rechercheaufwand honoriert wurde. Auch wenn es, wie sie einräumen, nicht immer nur Mühsal war: Immerhin gab es beim Augenschein vor Ort auch zwei Matches zu sehen.

Quelle: Ursula Meisser