Das Zürcher Lighthouse kommt nicht zur Ruhe: Andreas Baumann, seit August 1998 Leiter des Sterbehospizes, ist entlassen worden. «Aus Protest» hatte er bereits selber am 12. Januar per Mitte Jahr gekündigt.

Die Vorgeschichte: Am 22. Dezember letzten Jahres hatte Baumann bei der kantonalen Stiftungsaufsicht eine Anzeige gegen den Stiftungsrat wegen «mangelnder Führungskompetenz» deponiert: Das Aufsichtsgremium drohe dem Lighthouse «massiven Schaden zuzufügen». Rund zehn Wochen später, am 8. März, folgte die fristlose Kündigung – eine kleine Demonstration dessen, was Baumann kritisiert hatte.

Gegenüber dem Beobachter betont Stiftungsratspräsident Hans-Peter Portmann, dass es im Grundsätzlichen – etwa über die Pflege – keine Differenzen mit dem geschassten Leiter gebe. Doch «in gewissen Bereichen stand das Innenleben von Herrn Baumann jenem des Stiftungsrats diametral gegenüber». Er habe «in alten Geschichten gestöbert und sich davon nicht trennen» können.

Der Streit hatte sich nach dem Abgang des Buchhalters entzündet – eine Auseinandersetzung, die der Beobachter letzten Herbst publik machte. Baumann war damals – anders als der Stiftungsrat – für eine offensive Informationspolitik. Dasselbe gelte auch für die im Lighthouse immer wieder auftretenden Konflikte. Baumann: «Ich war für volle Transparenz. Doch der Stiftungsrat auferlegte den Mitarbeitern Sprechverbote. Er hat kein Jota Kritik zugelassen.»

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Zum ominösen Verschwinden einer Spende von 200'000 Franken will sich der freigestellte Lighthouse-Leiter nicht äussern. Nur so viel: «Leider ist der Beobachter mit seinen Recherchen in der Hälfte stecken geblieben.»