Die Polizei kam um drei Uhr morgens: Am 11. Dezember 2000 wird der damals 60-jährige Kostas Georgiou (Name der Redaktion bekannt) von vier Zürcher Stadtpolizisten in Vollmontur aus dem Bett geholt und in Handschellen abgeführt. Der Grieche, der seit mehr als 40 Jahren unbescholten in der Schweiz lebt, soll tags zuvor an einer Schiesserei in einem Restaurant beteiligt gewesen sein. Der Wirt hatte Georgiou als Drahtzieher verdächtigt, weil er diesem Geld schuldet. Der Verdacht löst sich im Laufe der Ermittlungen in Luft auf, denn Beweise für die Behauptung des Wirtes gibt es keine, und Georgiou hat ein hieb- und stichfestes Alibi. Das Strafverfahren wird eingestellt.

Sieg vor Bundesgericht

Doch in der Polizeidatenbank bleibt er registriert – nur der Vermerk «Verfahren eingestellt» wird angebracht. Grund: Auch Unschuldige hätten keinen Anspruch auf Löschung – «aus Gründen der Nachvollziehbarkeit der polizeilichen Tätigkeit», meint die Stadtpolizei.

Dagegen wehrt sich der Grieche erfolgreich mit der Rechtshilfe des Beobachters: Eine Löschung könne verlangen, wer «versehentlich in eine Strafuntersuchung geraten ist, beispielsweise aufgrund einer Verwechslung», befindet das Bundesgericht. Das Zürcher Verwaltungsgericht müsse prüfen, ob dies bei Georgiou der Fall sei. Doch das Verwaltungsgericht weist den Fall an die Polizei weiter, verweigert jegliche Parteientschädigung und auferlegt dem unschuldig verdächtigten Mann gar die Hälfte der Gerichtskosten in der Höhe von 1600 Franken – ohne dies zu begründen. «Nun soll ich für das Unrecht, das man mir angetan hat, auch noch bezahlen?», empört sich Georgiou.

Das letzte Wort in dieser Sache ist noch nicht gesprochen, denn inzwischen hat die Polizei die Löschung erneut verweigert, weil die Daten «der Vollständigkeit der zum Hauptfall angelegten Daten dienen». Georgiou ist entschlossen, erneut bis vor Bundesgericht für sein Recht zu kämpf