4_00_rg_computer.jpgWer eine Kaffeemaschine, einen Kühlschrank oder einen Staubsauger kauft, kann davon ausgehen, dass das Gerät jahrelang einwandfrei funktioniert. In der Informatik gelten ganz andere Gesetze: Computer lassen sich plötzlich nicht mehr starten oder stürzen unvermittelt ab, wie es im Jargon heisst. Spätestens dann fragen sich die meisten Computerbesitzer, ob sie ihr altes Gerät durch ein neues ersetzen sollen.

Dieselbe Frage müssen sich aber auch Computeranwender stellen, deren Gerät als solches tadellos funktioniert. Denn richten sie ein neues Programm auf der Festplatte ein, läuft der Rechner meist unerträglich langsam. Und wollen sie im Internet surfen, auf dem Computer Spiele laufen lassen oder Filme anschauen, dann fehlt ihnen ein Modem, eine Audiokarte und ein Laufwerk für CD-ROMs und DVDs.

Die Kurzlebigkeit der Computer hat ihren Grund: Die Programmhersteller sorgen dafür, dass die Rechner mit der neusten Version ihres Produkts immer langsamer arbeiten indem sie ihre neuen Versionen von Betriebssystemen, Anwendungs- und Hilfsprogrammen mit Ballast vollstopfen. Wer mit der Entwicklung Schritt halten will, soll damit gezwungen werden, regelmässig ein neues Gerät und neue Programme zu kaufen.

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Verschwendung von Zeit und Geld

Viele Anwenderinnen und Anwender verfallen dem Wahn, immer das Neuste und angeblich Beste besitzen zu wollen. Sie verschwenden dabei nicht nur viel Zeit fürs Umlernen, sondern vor allem einen Haufen Geld. In den meisten Fällen genügen nämlich ältere Programmversionen, die weniger Rechenleistung erfordern, vollauf.

Statt stets neue Rechner zu erwerben, lassen sich bestehende Anlagen um- und ausbauen. Das ist vor allem bei Tisch- und Standmodellen möglich, die weitgehend modular (aus ersetzbaren Einzelteilen) aufgebaut sind.

Schlechter aufrüstbar sind ältere Laptops und Macs, weil gewisse Bestandteile wie beispielsweise Haupt-, Zwischen- und Bildspeicher oder Hauptprozessor und Netzwerkbausteine manchmal fest auf die Hauptplatine aufgelötet und deshalb nicht austauschbar sind. Dennoch lässt sich in den meisten Fällen wenigstens der Hauptspeicher erweitern und die Festplatte ersetzen.

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Auch für Laien geeignet

Vor allem bei neueren tragbaren Geräten ist ein Ausbau problemlos möglich. Sie haben eine externe PC-Karten-Schnittstelle zum Beispiel für Speicher- oder Modemkarten. Viele Notizbuchrechner weisen zudem einen Mehrzweckschacht auf, der wechselweise einen zusätzlichen Akku, ein Laufwerk oder sogar eine weitere Festplatte aufnehmen kann.

Ein Computer lässt sich durch verschiedene Massnahmen beschleunigen. Am ehesten hilft die Erweiterung des Hauptspeichers, der Einbau einer schnelleren Festplatte und der Austausch des Hauptprozessors.

Für das Basteln am PC oder am Mac braucht es keine besonderen Elektronikkenntnisse; ein Lötkolben erübrigt sich. Für den Einbau einer zusätzlichen Steckkarte muss der Rechner einen freien Steckplatz haben (ISA, PCI, AGP). Für die Montage eines weiteren Laufwerks ist ein leerer Einbauschacht erforderlich. Voraussetzung für die Aufstockung des Hauptspeichers sind freie Speicherbänke.

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Um beim Aufrüsten Unfälle und Schäden zu vermeiden, sind zwei Grundregeln einzuhalten. Der Rechner und die übrigen Geräte müssen vom Stromnetz getrennt werden. Ausserdem sind die Bauteile vor elektrostatischer Entladung zu schützen. Computerbastler sollten aus diesem Grund ein Erdungsarmband tragen.

Der Einbau von Steckkarten und Speicherbausteinen ist einfach. Schwieriger ist hingegen der Austausch des Prozessors und die Montage von Laufwerken. In gewissen Fällen muss für den gewünschten Leistungsschub allerdings die Hauptplatine ersetzt werden; dies ist anspruchsvoll und deshalb nur Fortgeschrittenen zu empfehlen.

Für Apple-Rechner sind Hauptplatinen entweder gar nicht oder nur zu sehr hohen Preisen erhältlich. Hier bleibt also irgendwann nur der Neukauf als Lösung.

Auch mit älteren PCs oder Macs ist aber ein Internetzugang durchaus möglich. Es genügt ein externes Modem. Zu beachten ist, dass sich die Kabel von PC und Mac unterscheiden. Günstige Angebote sind bei den Zugangsanbietern (Providern) zu haben. Sie enthalten meist eine Anleitung und ein Zugangsprogramm (Browser).

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Damit ein alter PC multimediatauglich ist, braucht er neben einer Audiokarte ein CD-Laufwerk und externe Lautsprecherboxen. Beim Mac genügt ein CD-Laufwerk; der Rest ist werkmässig eingebaut.

Grundsätzlich hat das Aufrüsten eine angenehme Nebenwirkung: Wer an seinem Computer selbst Hand anlegt, lernt ihn besser kennen und weiss sich bei Pannen eher zu helfen. Anleitungen für den Um- und den Eigenbau von PCs und Macs finden sich in Ratgeberbüchern. Wer sich das Aufrüsten nicht zutraut oder dabei Schwierigkeiten hat, kann in jedem Fall einen Fachhändler mit der Arbeit beauftragen oder ihn um Rat fragen. Ob es sich lohnt, einen Computer aufzurüsten, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab. Die Erweiterung von 486er-PCs und älteren IBM-verträglichen Rechnern sowie von Nubus-Powermacs und früheren Macs lohnt sich nur noch ausnahmsweise.

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In Frage kommen bei diesen Modellen allenfalls mehr Hauptspeicher, eine leistungsfähigere Festplatte, eine zusätzliche Audiokarte, externe Lautsprecher oder ein Modem. Bei neueren Geräten lohnt sich das Aufrüsten in den meisten Fällen, denn dies ist preiswerter als ein Neukauf.

Magazine für jeden Bedarf

Die Bauteile für das Aufrüsten sind im Fachhandel, bei Ladenketten und im Versandhandel erhältlich. Vergleichstests in Computerzeitschriften erleichtern den Kaufentscheid. Für Fortgeschrittene eignet sich die Zeitschrift «ct». Für Einsteiger und Fortgeschrittene empfehlen sich die Titel «Chip», «PC Magazin», «PC Professionell» und «PC Welt», während sich «Computer-Bild», «Computer easy» und «PC Praxis» vor allem an Einsteiger richten. Uber Apple berichten «Macup» und «Macwelt». Die besten Schweizer Magazine sind «PC Guide» (Fortgeschrittene) und «PC Tip» (Einsteiger) sowie «Macintouch». All diese Magazine sind am Kiosk erhältlich.

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Ausgediente Computer und ihre Bauteile sollten von Konsumenten und Konsumentinnen fachgerecht entsorgt werden. Sie enthalten nämlich hochgiftige Schwermetalle und gehören daher in den Sondermüll. Die Geräte können dank der vorgezogenen Entsorgungsgebühr auch ohne Neukauf kostenlos beim Fachhandel oder bei Cargo Domizil an SBB-Bahnhöfen abgegeben werden.


Tipps zum Aufrüsten des PCs

Die Rechenleistung eines Computers lässt sich mit zahlreichen Massnahmen erhöhen. Hier die wichtigsten.

(Haupt-)Prozessor austauschen

Hauptspeicher (Arbeitsspeicher) und Zwischenspeicher (Pufferspeicher, Cache) erweitern

schnellere oder zusätzliche Festplatte (Massenspeicher) einbauen

Wechsellaufwerk, CD- oder DVD-Laufwerk einbauen

bessere oder zusätzliche Steckkarte (etwa Grafik- oder Audiokarte) verwenden und Lautsprecher anschliessen

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Modem oder ISDN-Gerät anschliessen

Hauptplatine austauschen

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