Viren stecken nicht nur Menschen an, sondern auch Computer. Die natürlichen und die künstlichen Viren haben allerdings nichts miteinander zu tun. Bei den elektronischen Eindringlingen handelt es sich um Störprogramme und nicht um Krankheitserreger.
Es gibt Tausende von Computerviren. Ihre Wirkung reicht von «harmlos» bis «zerstörerisch». Sie können Rechner völlig lahmlegen oder sogar die ganze Festplatte löschen. Ubertragen werden die Viren auf Disketten aus fremden Computern und – immer öfter – übers Internet.

Aber warum gibt es überhaupt Computerviren? Ganz einfach darum, weil es gewissen Menschen Spass macht, solche Programme zu kreieren, oder weil sie – so argumentieren Verschwörungstheoretiker – bewusst lanciert werden, um den Absatz der Virenschutzprogramme zu erhöhen.

Die Virenseuche
Wer Programme installiert oder Daten austauscht, im Internet surft oder elektronische Post (E-Mail) empfängt, läuft Gefahr, seinen Rechner zu verseuchen. Ursprünglich steckten die Viren nur Programmdateien an. Heute befallen sie auch Dokumentvorlagen und damit die Dokumente.

Beim PC ist die Gefahr von Virenbefall grösser als beim Macintosh, weil der Marktanteil von Macintosh bedeutend kleiner ist. Seit dem Auftauchen von plattformübergreifenden Makroviren, die sich direkt an die Dokumente anheften, ist die Gefahr für Macintosh jedoch gestiegen.

Makroviren befallen zwar vor allem Word- und Excel-Dateien.Wenn eine verseuchte Word-Datei aber von einem Wintel-PC (Kürzel für das Betriebssystem Windows und den Prozessorhersteller Intel) auf einen Macintosh-Rechner übertragen wird, werden auch die auf dem Macintosh erstellten Texte angesteckt.

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Zehn Tips

1.
Sichern Sie Ihre Daten regelmässig, am besten täglich. Prüfen Sie den Datenbestand vor der Datensicherung auf Virenbefall. Die Datensicherung ist der beste Virenschutz, aber nur wenn er virenfrei ist. Wenn ein Virus die Festplatte löscht, können Sie auf die Sicherungskopien zurückgreifen.

2.
Starten Sie Ihren Rechner ab der Festplatte. Beim Hochfahren greift der PC in der Regel zuerst auf Disketten im Laufwerk zu. Ändern Sie deshalb die Startreihenfolge im Rechner-Bios von A/C auf C/A. Dadurch schützen Sie sich vor sogenannten Bootsektorviren. Ins Bios gelangt man beim Rechnerstart durch Drücken einer Einzeltaste oder einer Tastenkombination. Diese wird beim Start jeweils eingeblendet. Macintosh wirft Disketten beim Abschalten automatisch aus. Hier wird beim Einschalten automatisch von der Festplatte aus gestartet.

3.
Setzen Sie ein bewährtes Antivirenprogramm ein, und zwar stets die neuste Version. Schalten Sie die Wächterfunktion ein. Dadurch läuft das Programm stets im Hintergrund. Aktualisieren Sie regelmässig das Virenprogramm – zum Beispiel über Internet. Es gibt zahlreiche Virenschutzprogramme. Als die besten gelten: Dr. Solomon’s Antivirus Toolkit, Antivirenkit und Norton Antivirus. Weit verbreitet ist auch Virus-Scan von McAfee.

4.
Uberprüfen Sie alle neuen Datenträger (Disketten, Wechselplatten, CDs) beim Einlegen auf Virenbefall. Das gilt auch für vorformatierte Datenträger wie etwa Leerdisketten.

5.
Prüfen Sie alle aus dem Internet geladenen Dateien auf Viren. Verzichten Sie auf Dateien unbekannter Herkunft, die ihrer elektronischen Post angehängt sind. Bevor Sie die angehängten Dateien öffnen oder das Programm ausführen, speichern Sie die Dateien auf der Festplatte. Uberprüfen Sie sie mit einem Virenprogramm.

6.
Verwenden Sie keine Raubkopien, sondern nur die Originalprogramme. Aktivieren Sie bei Disketten immer den Schreibschutz (Schieber öffnen). Falls ein Schreibzugriff für die Installation nötig ist, erstellen Sie eine Kopie der Installationsdiskette. Vor dem Einrichten sind Disketten und CDs auf Viren zu prüfen. Akzeptieren Sie beim Kauf lediglich Programme aus der ungeöffneten, verschweissten Originalverpackung.

7.
Versehen Sie die Dokumentvorlage mit einem Schreibschutz, und aktivieren Sie den Makroschutz.
Dadurch lassen sich Makros beim Aufruf von Word- und Excel-Dokumenten ausschalten, was sich vor allem bei nicht vertrauenswürdigen Dateien empfiehlt.

8.
Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, wie Sie auf Ihrem Heimrechner berufliche und private Daten trennen können. Verwenden Sie für den Internet-Zugang eine besondere Wechselfestplatte, können Sie Ihre Daten vor Virenbefall und vor neugierigen Blicken schützen.

9.
Fertigen Sie eine virenfreie, schreibgeschützte Startdiskette an. Starten Sie den Rechner bei Virenverdacht mit dieser Notfalldiskette, und prüfen Sie die Datenträger anschliessend auf Schädlinge.

10.
Erhöhen Sie die Sicherheit Ihres Systems, und kümmern Sie sich um den Virenschutz, auch wenn Sie ein Laie sind. Bestimmt gibt es auch in Ihrem Bekanntenkreis eine sachverständige Person, die die notwendigen Manipulationen sachgerecht ausführen kann. Wenn nicht, wenden Sie sich an den Fachhandel.

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Machen Sie sich dennoch keine Illusionen: Einen vollkommenen Schutz gegen Virenbefall gibt es nicht. Wer sich jedoch an die obigen Empfehlungen hält und seinen Computer vor unbefugtem Zugriff mit Passwörtern schützt, wird in Zukunft mit grosser Wahrscheinlichkeit von lästigen Viren verschont bleiben.

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