Ich kam zum ersten Mal vor rund fünf Jahren ins Internetforum des Beobachters – kurz nachdem ich eine Krebsdiagnose erhalten hatte; ich suchte auf diesem Weg Hilfe bei Betroffenen. In einem Forum kann man sich besser austauschen, weil die Leute anonym offener über tabubesetzte Themen reden. Wenn man einmal von sich erzählt hat, rutscht man mit der Zeit selber in die Helferrolle.

Durch meine Krankheit bin ich die soziale Leiter hinuntergestürzt und engagiere mich deshalb bei der Basler Armutskonferenz «von unten». Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man heftig angegriffen wird, wenn man im Internet über den Bezug von Sozialhilfe schreibt. Wer nicht selber von diesem Problem betroffen ist, neigt dazu, schnell zu urteilen. Es braucht Kraft, um entsprechende Vorwürfe auszuhalten. Trotzdem: Ich kann zu dem stehen, was ich sage. Streitereien gehe ich meistens aus dem Weg und versuche stets, freundlich zu bleiben. Wer in einem Forum kommuniziert, muss sich genau überlegen, was er sagen will. Das gefällt mir. Es ist ein wenig wie Briefeschreiben.

Ich gehe fast täglich ins Forum, vor allem wenn mich ein Thema interessiert. Ich wünsche mir allerdings, dass die Beiträge künftig aktiver moderiert werden. Wenn eine Diskussion in ein Hickhack ausartet oder wenn jemand fertig gemacht wird, müsste die Online-Redaktion schlichtend eingreifen.

Dieses Bild kann nicht angezeigt werden.